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🇯🇵Japanisch

Wie sagt man „Wie heißt du?“ auf Japanisch: 12+ Sätze und Namenskultur

Von Sandor20. Februar 20269 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Die häufigste Art, „Wie heißt du?“ auf Japanisch zu fragen, ist „Onamae wa nan desu ka“ (お名前は何ですか, oh-nah-mah-eh wah nahn dehs-kah). Allerdings fragen Japaner das im Alltag selten so direkt, Namen werden meist über die Selbstvorstellung (自己紹介/jikoshoukai) oder durch den Austausch von Visitenkarten (名刺/meishi) statt durch direkte Fragen ausgetauscht.

Die kurze Antwort

Die häufigste Art, auf Japanisch „Wie heißt du?“ zu fragen, ist Onamae wa nan desu ka (お名前は何ですか, oh-nah-mah-eh wah nahn dehs-kah). Aber hier ist die entscheidende kulturelle Einsicht, die viele Lehrbücher übersehen: Japanische Muttersprachler fragen selten direkt nach dem Namen. Das kann forsch oder sogar aufdringlich wirken. Stattdessen tauscht man Namen über jikoshoukai (自己紹介, Selbstvorstellung) aus, bei der jede Person ihren eigenen Namen freiwillig nennt.

Japanisch wird laut den Ethnologue-Daten von 2024 von ungefähr 125 Millionen Menschen gesprochen. Das ausgefeilte System der Höflichkeitsstufen bedeutet, dass selbst eine einfache Frage wie „Wie heißt du?“ je nach sozialem Kontext mehrere Formen hat. Die Nationale Sprachumfrage 2023 der Agency for Cultural Affairs ergab, dass 78% der japanischen Erwachsenen korrekte Namensetikette für essenziell halten, inklusive Frageform, Suffixe und Umgang mit Visitenkarten. Egal, ob du „what is your name in japanese“ für Reisen, Studium oder Gespräche suchst, dieser Guide deckt alles ab, was du brauchst.

„In der japanischen Kultur ist es nicht neutral, direkt nach dem Namen zu fragen. Es enthält einen impliziten Anspruch auf eine Beziehung, die vielleicht noch nicht existiert. Die Vorliebe für Selbstvorstellung spiegelt ein breiteres kulturelles Muster wider, bei dem Menschen Informationen anbieten, statt sie herauszuziehen.“

(Anna Wierzbicka, Cross-Cultural Pragmatics, Mouton de Gruyter, 2003)

Dieser Guide enthält 12+ wichtige Wendungen zum Fragen und Nennen von Namen auf Japanisch, geordnet nach Höflichkeitsstufe. Er erklärt auch die kulturellen Mechanismen des Namensaustauschs, von jikoshoukai Selbstvorstellungen bis zu meishi (名刺) Visitenkartenritualen. So verstehst du nicht nur, was du sagst, sondern auch, wann und wie Japaner tatsächlich mit Namen umgehen.


Schnellübersicht: Namensphrasen auf einen Blick


Warum Japaner selten direkt fragen: „Wie heißt du?“

Bevor wir zu den Phrasen kommen, hilft dir dieser kulturelle Kontext, peinliche Momente zu vermeiden. In deutschsprachigen Kulturen ist „Wie heißt du?“ völlig normal, auf einer Party, im Kurs oder beim Networking. In Japan kann es anmaßend wirken, direkt nach dem Namen zu fragen.

Die bevorzugte Methode ist jikoshoukai (自己紹介), eine gegenseitige Selbstvorstellung. Jede Person nennt ihren eigenen Namen freiwillig. In beruflichen Situationen ersetzt das oft komplett meishi koukan (名刺交換, Visitenkartentausch), bei dem die gedruckte Karte für dich spricht.

Laut NINJAL (National Institute for Japanese Language and Linguistics) hört man direkte Namensfragen wie Onamae wa? am häufigsten in offiziellen Situationen: Krankenhäuser, Behörden, Hotels und Schulen. Dort braucht eine zuständige Person deinen Namen für Unterlagen. Unter Gleichaltrigen, die sich privat treffen, ist Selbstvorstellung die Norm.

🌍 Wann direktes Fragen ganz normal ist

Es gibt Situationen, in denen man den Namen direkt erwartet: Formulare am Empfang, Anwesenheitskontrolle durch Lehrkräfte, wenn ein Arzt einen Patienten aufruft oder wenn die Polizei eine Befragung durchführt. In diesen Kontexten ist Onamae wa? Routine und wirkt nicht unangenehm.


Höfliche Arten, nach dem Namen zu fragen

Diese Phrasen passen in alltäglichen höflichen Situationen: wenn du jemanden über gemeinsame Freunde triffst, bei einer Veranstaltung oder wenn du den Namen wirklich brauchst.

お名前は何ですか

Höflich

/oh-nah-mah-eh wah nahn dehs-kah/

Wörtliche Bedeutung: Was ist Ihr ehrenwerter Name?

すみません、お名前は何ですか?

Entschuldigen Sie, wie heißen Sie?

🌍

Die Standardform in höflicher Sprache. Das Präfix „o-“ bei „namae“ (Name) macht es ehrerbietig. Am häufigsten in offiziellen oder halbformellen Kontexten, zum Beispiel am Empfang, im Unterricht oder bei der Anmeldung.

Das ist die Lehrbuch-Standardfrage nach dem Namen. Das ehrerbietige Präfix o- vor namae (Name) signalisiert Respekt. Die Struktur folgt dem grundlegenden japanischen Fragemuster: Thema (onamae wa) + Fragewort (nan) + höfliche Kopula (desu ka).

Du hörst diese Phrase am häufigsten in Service-Situationen: an der Hotelrezeption, bei einer Pflegekraft in der Klinik oder bei einer Lehrkraft am ersten Unterrichtstag. Unter Leuten, die sich locker auf Augenhöhe treffen, ist es natürlicher, dich zuerst vorzustellen. Dann stellt sich die andere Person meist ebenfalls vor.

お名前は

Höflich

/oh-nah-mah-eh wah/

Wörtliche Bedeutung: Ihr ehrenwerter Name?

失礼ですが、お名前は?

Entschuldigen Sie bitte, Ihr Name ist...?

🌍

Eine weichere, offen gelassene Version. Sie stellt die Frage weniger direkt. Mit „shitsurei desu ga“ (pardon me, but) davor wirkt es noch höflicher.

Wenn man nan desu ka weglässt und die Frage nur mit wa? offen stehen lässt, ist das eine typische japanische Gesprächsstrategie. Es wirkt weniger wie ein Verhör und mehr wie ein sanfter Anstoß. Wenn du am Anfang shitsurei desu ga (失礼ですが, „Entschuldigen Sie, aber...“) ergänzt, wird es noch weicher. Wierzbicka beschreibt das als typisch für den indirekten Kommunikationsstil im Japanischen.


Sehr formelle Arten, nach dem Namen zu fragen

Im Geschäftsleben, gegenüber älteren Fremden oder in Situationen mit maximalem Respekt zeigen diese gehobenen Formen kulturelles Feingefühl.

お名前を伺ってもよろしいですか

Sehr formell

/oh-nah-mah-eh woh oo-kah-gaht-teh moh yoh-roh-shee dehs-kah/

Wörtliche Bedeutung: Wäre es in Ordnung, wenn ich mich bescheiden nach Ihrem ehrenwerten Namen erkundige?

大変失礼ですが、お名前を伺ってもよろしいですか?

Entschuldigen Sie die Störung, darf ich nach Ihrem Namen fragen?

🌍

Maximale Höflichkeit in Keigo. Nutzt das bescheidene Verb „ukagau“ (bescheiden fragen/erfragen) statt „kiku“ (fragen). Passend für Kunden, VIPs oder ältere Fremde in formellen Situationen.

Das ist die höchste Höflichkeitsstufe, um nach dem Namen zu fragen. Das Verb ukagau (伺う) ist die bescheidene (kenjougo) Form von kiku (fragen). Es stellt den Sprecher niedriger als den Zuhörer. Zusammen mit yoroshii desu ka (höflich für „ist es in Ordnung?“) zeigt die Phrase großen Respekt.

Du hörst das in gehobenen Hotels, bei formellen Zeremonien und in japanischen Firmen. Laut der Agency for Cultural Affairs gilt korrekte keigo-Verwendung bei Namenssituationen als Zeichen professioneller Kompetenz.

お名前をお聞かせいただけますか

Sehr formell

/oh-nah-mah-eh woh oh-kee-kah-seh ee-tah-dah-keh-mahs-kah/

Wörtliche Bedeutung: Könnte ich bescheiden die Gunst erhalten, dass Sie mir Ihren ehrenwerten Namen nennen?

お名前をお聞かせいただけますか?予約を確認いたします。

Könnten Sie mir Ihren Namen nennen? Ich prüfe die Reservierung.

🌍

Eine weitere sehr formelle Option mit dem bescheidenen Verb „itadaku“. Häufig im Kundenservice in gehobenen Häusern. Der Sprecher stellt es als Gunst dar, den Namen hören zu dürfen.

Diese Alternative nutzt itadaku (いただく), die bescheidene Form von morau (bekommen). So wirkt das Hören des Namens wie eine Gunst, die du demütig empfängst. Diese Form und die Version mit ukagau sind Standard-Keigo. Sie signalisieren professionelles Japanisch.


Lockere Arten, nach dem Namen zu fragen

Unter Freunden, Mitschülern oder Leuten in deinem Alter sind diese kurzen Formen natürlich. Wenn du die höflichen Formen oben bei engen Freunden nutzt, klingt das steif. Es schafft unnötige Distanz.

名前は?

Locker

/nah-mah-eh wah/

Wörtliche Bedeutung: Name?

あ、ごめん、名前は?

Ah, sorry, wie heißt du?

🌍

Lässt das ehrerbietige Präfix „o-“ weg und wirkt dadurch locker. Passt unter Gleichaltrigen auf einer Party, bei Mitschülern beim ersten Treffen oder in entspannten Situationen unter Leuten ähnlichen Alters.

Wenn du das ehrerbietige o- bei namae weglässt, wechselst du von höflich zu locker. Das hörst du auf einer Uni-Party, bei einem informellen Treffen oder unter jungen Leuten, die sich über gemeinsame Freunde kennenlernen. Es impliziert trotzdem, dass du fragst, weil du es wissen musst, nicht als Gesprächseinstieg.

何て呼べばいい?

Locker

/nahn-teh yoh-beh-bah ee/

Wörtliche Bedeutung: Wie soll ich dich nennen? / Wie soll ich dich ansprechen?

ねえ、何て呼べばいい?

Hey, wie soll ich dich nennen?

🌍

In lockeren Situationen oft natürlicher als direkt nach dem Namen zu fragen. Es zeigt, dass du wissen willst, welchen Spitznamen oder welche Anrede du nutzen sollst. Das wirkt praktisch und warm. Sehr häufig bei jüngeren japanischen Sprechern.

Diese Phrase umgeht die Direktheit der Namensfrage komplett. Stattdessen fragt sie, wie die Person angesprochen werden möchte. Das kann der Vorname, ein Spitzname oder eine Kurzform sein. Unter jüngeren japanischen Sprechern wirkt das oft natürlicher als Namae wa?. Es fokussiert die Beziehung, nicht das Herausziehen persönlicher Daten.

💡 Spitznamen im Japanischen

Japanische Spitznamen kürzen oft den Vornamen und hängen -chan an: Takeshi wird zu Takke-chan, Yuki zu Yukki-chan, Haruka zu Haru-chan. Mit Nante yobeba ii? lädst du die Person ein, ihren bevorzugten Spitznamen zu nennen. Das signalisiert Freundlichkeit und Interesse an mehr Nähe.


So antwortest du: Deinen Namen nennen

Zu wissen, wie man fragt, ist nur die halbe Miete. So nennst du deinen Namen auf jeder Höflichkeitsstufe.

〇〇です

Höflich

/[name] dehs/

Wörtliche Bedeutung: Ich bin [Name]

田中です。よろしくお願いします。

Ich bin Tanaka. Freut mich.

🌍

Die Standardform, die fast immer passt. In japanischen Kontexten nennst du zuerst den Nachnamen: 田中太郎 ist Tanaka Tarō, dabei ist Tanaka der Familienname.

Die einfache, vielseitige Antwort. In den meisten japanischen Kontexten nennst du deinen Nachnamen: Tanaka desu statt Tarō desu. Vornamen sind eher für enge Beziehungen. Dieser Unterschied zu westlichen Namensgewohnheiten überrascht viele Besucher.

〇〇と申します

Formell

/[name] toh moh-shee-mahs/

Wörtliche Bedeutung: Ich heiße bescheiden [Name]

はじめまして。山田花子と申します。

Guten Tag. Mein Name ist Hanako Yamada.

🌍

Die bescheidene (kenjougo) Form von „ich heiße“. „mousu“ statt „iu“ (sagen/nennen) senkt die eigene Position als Respektzeichen. Standard in Business-Vorstellungen, formellen Events und beim Treffen mit Älteren.

Das bescheidene Verb mousu (申す) ersetzt das neutrale iu (言う, sagen). Es senkt den Status des Sprechers. Das ist die Standardform für Business-Vorstellungen, formelle Anlässe und Situationen, in denen du Respekt zeigen willst. In japanischen Firmen fällt es auf, wenn du in einer formellen Vorstellung nur desu nutzt. Das wirkt zu locker.

〇〇と呼んでください

Höflich

/[name] toh yohn-deh koo-dah-sah-ee/

Wörtliche Bedeutung: Bitte nennen Sie mich [Name]

マイケルと呼んでください。

Bitte nennen Sie mich Michael.

🌍

Besonders nützlich für Nicht-Japaner, deren Namen ungewohnt sein können. Du machst es der anderen Person leichter. Du kannst auch eine kürzere oder vereinfachte Version deines Namens anbieten.

Das ist besonders hilfreich für Nicht-Japaner. In der japanischen Lautlehre fehlen einige Laute, die im Deutschen häufig sind, zum Beispiel „th“, die Unterscheidung zwischen „l“ und „r“ oder bestimmte Konsonantenhäufungen. Wenn du eine vereinfachte Version anbietest, zum Beispiel Maiku to yonde kudasai („Bitte nennen Sie mich Mike“), zeigst du kulturelles Gespür. Du machst es für alle leichter.


Die Selbstvorstellungs-Formel (自己紹介)

In Japan ist die strukturierte Selbstvorstellung viel häufiger als direktes Nachfragen. Ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder in einer Gruppe, jikoshoukai folgt einem klaren Muster.

Standardaufbau einer Selbstvorstellung

SchrittJapanischRomajiDeutsch
1. EinstiegはじめましてHajimemashiteGuten Tag
2. Name〇〇と申します[Name] to moushimasuIch heiße [Name]
3. Zugehörigkeit (optional)〇〇の〇〇です[Company] no [Name] desuIch bin [Name] von [Company]
4. Kommentar (optional)〇〇出身です[Place] shusshin desuIch komme aus [Place]
5. Abschlussよろしくお願いしますYoroshiku onegaishimasuIch freue mich auf die Zusammenarbeit

Dieses Muster lernen Kinder in Japan schon in der Grundschule. Laut NINJAL üben Kinder jikoshoukai ab der ersten Klasse formal. Es ist eine der frühesten strukturierten Kommunikationsfähigkeiten. Die Abschlussphrase yoroshiku onegaishimasu hat keine saubere Entsprechung im Deutschen. Sie drückt Bescheidenheit aus und bittet um Wohlwollen.

💡 Selbstvorstellung als Namensaustausch

Das Schöne an jikoshoukai ist, dass du nicht nach dem Namen fragen musst. Wenn du dich vorstellst, erwartet man sozial, dass die andere Person sich auch vorstellt. Dieser Austausch wirkt kooperativ, nicht einseitig. Das passt zu japanischen Kommunikationswerten.


Japanische Namenskultur: Was jeder Lernende wissen sollte

Wenn du verstehst, wie japanische Namen funktionieren, bist du in echten Situationen klar im Vorteil. Das sind die wichtigsten Punkte.

Nachname zuerst, Vorname danach

Japanische Namen folgen der Reihenfolge Nachname + Vorname. 田中太郎 ist Tanaka Tarō, dabei ist Tanaka der Familienname und Tarō der Vorname. 2020 gab das japanische Cabinet Office eine offizielle Richtlinie heraus, dass japanische Namen auch in englischsprachigen Dokumenten in der Reihenfolge Nachname zuerst stehen sollen. Das kehrt die lange Praxis um, die Reihenfolge für ein westliches Publikum zu „verwestlichen“.

Im Alltag spricht man Menschen mit Nachname plus Suffix an: Tanaka-san, nicht Tarō-san. Wenn du ohne Erlaubnis den Vornamen nutzt, wirkt das sehr vertraut. Diese Nähe muss nicht vorhanden sein.

Das System der Namenssuffixe (敬称)

SuffixLesungVerwendungBeispiel
さんsanUniversell höflich (Herr/Frau)田中さん (Tanaka-san)
samaSehr formell (Kunden, Briefe)田中様 (Tanaka-sama)
くんkunJüngere Männer, Untergebene太郎くん (Tarō-kun)
ちゃんchanKinder, enge Freunde, Zuneigung花ちゃん (Hana-chan)
先生senseiLehrkräfte, Ärzte, Experten田中先生 (Tanaka-sensei)
(keins)yobisuteExtreme Nähe ODER Unhöflichkeit太郎 (Tarō)

Wenn man das Suffix ganz weglässt, nennt man das yobisute (呼び捨て). Das ist wichtig. Unter engen Freunden oder Partnern zeigt es große Vertrautheit. Von Fremden wirkt es respektlos. Die Umfrage der Agency for Cultural Affairs ergab, dass 91% der japanischen Erwachsenen korrekte Suffix-Verwendung im Alltag wichtig finden.

🌍 Das Problem mit Kanji-Lesungen bei Namen

Eine der spannendsten Herausforderungen im Japanischen: Dieselben Kanji können als Name mehrere Lesungen haben. Die Zeichen 大翔 können Hiroto, Haruto, Yamato oder mehrere andere Lesungen sein. NINJAL-Forschung zeigt, dass beliebte Babyname-Kanji oft 5-10 gültige Lesungen haben. Darum fragen Japaner bei einem geschriebenen Namen häufig Nanto oyomi shimasu ka? (何とお読みしますか?, „Wie liest man das?“). Das ist nicht unhöflich. Man erwartet es und schätzt es.

Visitenkartentausch (名刺交換)

Im professionellen Japan ersetzt die meishi (名刺, Visitenkarte) oft komplett das mündliche Nachfragen nach dem Namen. Das Ritual ist genau: Du gibst deine Karte mit beiden Händen, die japanische Seite zum Empfänger, und nennst dabei Name und Firma. Du nimmst die Karte der anderen Person mit beiden Händen an, schaust sie dir kurz an und schreibst nie darauf. Stecke sie auch nicht in die Gesäßtasche. In Meetings legt man erhaltene Karten auf den Tisch, in Sitzordnung.

Dieses Ritual ist so zentral, dass es die Phrase Onamae wa? im Unternehmenskontext praktisch überflüssig macht. Die Karte spricht für dich.

„Der Austausch von meishi in Japan ist nicht nur ein Austausch von Kontaktdaten. Es ist ein gegenseitiger Akt der Selbstdarstellung, eine physische Manifestation des sozialen Vertrags, der zwischen zwei Professionals entsteht.“

(Sachiko Ide, Formal forms and discernment, Multilingua, 1989)


So reagierst du auf Namensfragen

Die andere Person sagtDu sagstHinweise
お名前は? (Onamae wa?)〇〇です ([Name] desu)Standardantwort, höflich
お名前を伺っても... (Onamae wo ukagatte mo...)〇〇と申します ([Name] to moushimasu)Passe die Höflichkeit an, nutze die bescheidene Form
名前は? (Namae wa?)〇〇だよ / 〇〇 ([Name] dayo)Lockere Antwort
はじめまして (Hajimemashite)はじめまして + self-introductionSpiegle die ganze Formel
何て呼べばいい? (Nante yobeba ii?)〇〇って呼んで ([Name]tte yonde)Nenne deinen bevorzugten Spitznamen

⚠️ Vergiss das Suffix nicht

Wenn du den Namen einer anderen Person sagst, hänge immer das passende Suffix an. Wenn du bei einem Kollegen Tanaka ohne -san sagst, fällt das auf. Wenn du deinen eigenen Namen nennst, nutzt du aber nie ein Suffix. Tanaka-san desu über dich selbst klingt seltsam und überheblich.


Üben mit echten japanischen Inhalten

Lehrbuchphrasen sind eine gute Basis. Aber erst der natürliche Rhythmus von japanischen Selbstvorstellungen baut echte Sicherheit auf, die kleine Verbeugung, das ruhige Tempo, die Wechsel zwischen Business und locker. Japanische Filme und Anime sind voller jikoshoukai-Szenen, besonders in Schule und Beruf. Dort stellen sich Figuren ständig neuen Gruppen vor.

Wordy lässt dich japanische Filme und Serien mit interaktiven Untertiteln schauen. Tippe auf eine Namensphrase und du siehst Bedeutung, Romaji-Aussprache, Höflichkeitsstufe und kulturellen Kontext in Echtzeit. Statt Phrasen nur aus einer Liste zu lernen, nimmst du sie aus echten Gesprächen auf. Du siehst dabei auch die sozialen Dynamiken.

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Häufig gestellte Fragen

Wie fragt man auf Japanisch am häufigsten nach dem Namen?
Die höfliche Standardform ist „Onamae wa nan desu ka“ (お名前は何ですか, oh-nah-mah-eh wah nahn dehs-kah). Im Alltag wird das aber selten so direkt gefragt. Häufiger nennt man den Namen in der Selbstvorstellung (自己紹介) oder tauscht im Beruf Visitenkarten (名刺) aus.
Warum steht im Japanischen der Nachname zuerst?
Japanische Namen folgen meist der Reihenfolge Nachname + Vorname (z.B. 田中太郎 = Tanaka Tarō, Tanaka ist der Familienname). Das spiegelt die kulturelle Betonung der Gruppenzugehörigkeit. 2020 wies die japanische Regierung offiziell an, japanische Namen auch in englischen Dokumenten nach dem Nachnamen zuerst zu schreiben.
Was bedeuten die japanischen Namenssuffixe san, sama, kun und chan?
„San“ (さん) ist die allgemeine höfliche Anrede, ähnlich wie Herr/Frau. „Sama“ (様) ist sehr formell, für Kunden und in Schriftverkehr. „Kun“ (くん) nutzt man oft für jüngere Männer oder Untergebene. „Chan“ (ちゃん) ist liebevoll, für Kinder, enge Freunde und Haustiere. Ohne Suffix (呼び捨て/yobisute) wirkt sehr vertraut oder bewusst unhöflich.
Kann man denselben Kanji-Namen im Japanischen unterschiedlich lesen?
Ja, das ist einer der schwierigsten Punkte bei japanischen Namen. Die Kanji 大翔 können z.B. „Hiroto“, „Haruto“, „Yamato“ oder anders gelesen werden. Forschungen von NINJAL zeigen, dass beliebte Babyname-Kanji oft 5 bis 10 mögliche Lesungen haben. Deshalb klären viele bei der Vorstellung die Lesung, manchmal in Hiragana.
Wie antwortet man auf Japanisch, wenn jemand nach dem Namen fragt?
Die übliche höfliche Antwort ist „[Name] desu“ ([Name]です), also „Ich bin [Name]“. In formellen Situationen sagt man „[Name] to moushimasu“ ([Name]と申します), eine bescheidene Form. In japanischen Kontexten nennt man zuerst den Nachnamen. Bei nichtjapanischen Namen hilft es, langsam zu sprechen und ihn bei Bedarf aufzuschreiben.

Quellen und Referenzen

  1. Agency for Cultural Affairs (文化庁), Nationale Sprachumfrage zu Gepflogenheiten bei der Namensverwendung (2023)
  2. National Institute for Japanese Language and Linguistics (国立国語研究所, NINJAL), Forschung zur Lesung japanischer Namen
  3. Ethnologue: Languages of the World, Eintrag zur japanischen Sprache (2024)
  4. Wierzbicka, A. (2003). „Cross-Cultural Pragmatics: The Semantics of Human Interaction.“ Mouton de Gruyter.
  5. Cabinet Office of Japan, Richtlinie von 2020 zur Reihenfolge japanischer Namen in Englisch (Nachname zuerst)

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