Wie man auf Japanisch „Entschuldigung“ sagt: Sumimasen, Gomen und mehr
Kurze Antwort
Die häufigste Art, auf Japanisch „Entschuldigung“ zu sagen, ist „Sumimasen“ (すみません, soo-mee-mah-sehn). Es funktioniert zugleich als Entschuldigung, als Dank und als „Entschuldigen Sie“. Für lockere Entschuldigungen unter Freunden nutze „Gomen“ (ごめん) oder „Gomen nasai“ (ごめんなさい). In formellen oder geschäftlichen Situationen ist „Moushiwake gozaimasen“ (申し訳ございません), wörtlich „es gibt keine Entschuldigung“, der Goldstandard.
Die kurze Antwort
Die häufigste Art, sich auf Japanisch zu entschuldigen, ist Sumimasen (すみません, soo-mee-mah-sehn). Es ist eines der vielseitigsten Wörter der ganzen Sprache. Es funktioniert gleichzeitig als Entschuldigung, als Dank und als „Entschuldigung“ im Sinn von „Darf ich mal“. Japanisch hat aber ein ganzes System an Entschuldigungen, von dem lockeren Gomen (ごめん) unter Freunden bis zum sehr formellen Moushiwake gozaimasen (申し訳ございません) in Vorstandsetagen und Pressekonferenzen.
Japanisch wird laut Ethnologue-Daten von 2024 von ungefähr 125 Millionen Menschen gesprochen. Japans Entschuldigungskultur gehört zu den am häufigsten untersuchten Aspekten der Gesellschaft. Die Nationale Sprachumfrage 2023 der Agency for Cultural Affairs ergab, dass japanische Sprecher Ausdrücke rund ums Entschuldigen häufiger nutzen als jede andere Kategorie höflicher Sprache, sogar häufiger als Begrüßungen oder Dankesformeln.
„In der japanischen Kultur ist die Entschuldigung nicht nur ein Eingeständnis von Schuld, sie ist ein soziales Werkzeug: Sie erhält Harmonie, zeigt Empathie und stellt das fragile Gleichgewicht zwischenmenschlicher Beziehungen wieder her.“
(Anna Wierzbicka, Cross-Cultural Pragmatics, Mouton de Gruyter, 2003)
Dieser Guide zeigt 15 wichtige Arten, sich auf Japanisch zu entschuldigen, geordnet nach Höflichkeitsstufe: lockere Ausdrücke für Freunde und Familie, höfliche Alltagsentschuldigungen, formelle Geschäftssprache (keigo) und das typisch japanische Phänomen von sumimasen als Dank. Jede Variante enthält japanische Schrift, Romaji-Aussprache und kulturellen Kontext, damit du genau weißt, welche Entschuldigung zu welcher Situation passt.
Schnellübersicht: Japanische Entschuldigungen auf einen Blick
Lockere Entschuldigungen: Unter Freunden und in der Familie
Diese Ausdrücke sind für Menschen gedacht, denen du nahestehst. Bei Fremden oder Vorgesetzten wirken sie respektlos. Laut der Forschung der Linguistin Sachiko Ide zur japanischen Höflichkeit ist der Unterschied zwischen locker und formell bei Entschuldigungen eines der klarsten Zeichen sozialer Distanz in der Sprache.
ごめん
/goh-mehn/
Wörtliche Bedeutung: Vergib mir (abgekürzt)
“ごめん、遅れた!電車が止まってた。”
Sorry, ich bin zu spät! Der Zug stand.
Die lockerste Entschuldigung. Nutze sie nur bei engen Freunden, Geschwistern oder Partnern. Wenn man das „nasai“ aus „Gomen nasai“ weglässt, signalisiert das Nähe und Informalität.
Gomen ist der reduzierte Kern der japanischen Entschuldigung. Es kommt von gomen nasai, nur ohne höfliches Suffix, ähnlich wie arigatou in lockerer Sprache oft ohne gozaimasu auskommt. Dazu greifst du, wenn du einen Freund anrempelst, fünf Minuten zu spät kommst oder vergisst, auf eine Nachricht zu antworten. Es hat kein formelles Gewicht, es ist warm, direkt und schnell.
ごめんね
/goh-mehn neh/
Wörtliche Bedeutung: Entschuldigung, okay?
“ごめんね、今日行けなくなっちゃった。”
Entschuldigung, ich schaffe es heute doch nicht.
Das Anhängen von „ne“ macht die Entschuldigung weicher und sucht Verständnis. Häufig bei Frauen und in liebevollen Beziehungen. Entspricht im Deutschen etwa „Sorry, ja?“ oder „Tut mir leid, okay?“.
Die Partikel ne (ね) fügt eine sanfte, empathische Ebene hinzu. Sie sucht das Verständnis des Gegenübers, statt nur Reue auszudrücken. Gomen ne wirkt wärmer und liebevoller als schlichtes gomen. Du hörst es oft zwischen Paaren, engen Freundinnen und Eltern zu Kindern. Bei jüngeren Sprechern gibt das verlängerte ごめーんね (gomeen ne) einen spielerischen, gedehnten Klang.
ごめんなさい
/goh-mehn nah-sah-ee/
Wörtliche Bedeutung: Bitte vergib mir
“ごめんなさい、あなたの本をなくしてしまいました。”
Es tut mir leid, ich habe dein Buch verloren.
Die vollständige lockere Entschuldigung. Aufrichtiger als „Gomen“, aber immer noch persönlich, für Menschen, die du kennst. Kinder lernen sehr früh, „Gomen nasai“ zu sagen. Es hat echtes emotionales Gewicht.
Gomen nasai ist oft die erste Entschuldigung, die japanische Kinder lernen. Das Suffix nasai kommt von nasaru (eine respektvolle Form von „tun“). Wörtlich heißt es: „Bitte tu mir den Gefallen und vergib.“ Trotz dieser Herkunft liegt gomen nasai heute klar im lockeren bis neutralen Bereich. Es passt, wenn du dich wirklich schlecht fühlst, aber mit jemandem sprichst, den du persönlich kennst.
💡 Gomen vs. Gomen nasai vs. Sumimasen
Sieh diese drei als Leiter: Gomen (nur enge Freunde) → Gomen nasai (persönlich, aber aufrichtig) → Sumimasen (höflich, passt zu allen). Wenn du unsicher bist, ist sumimasen immer die sichere Wahl.
Standardmäßig höfliche Entschuldigungen: Für den Alltag
Diese Ausdrücke funktionieren in den meisten Alltagssituationen: bei Fremden, im Laden, bei Bekannten und Kollegen. Sie sind respektvoll, ohne übertrieben formell zu wirken.
すみません
/soo-mee-mah-sehn/
Wörtliche Bedeutung: Es endet nicht (meine Schuldigkeit)
“すみません、ちょっと通してください。”
Entschuldigung, könnten Sie mich kurz durchlassen?
Das Schweizer Taschenmesser der japanischen Höflichkeit. Bedeutet „Entschuldigung“, „Darf ich mal“ und auch „Danke“. Wird täglich dutzendfach von fast allen japanischen Sprechern genutzt. Das nützlichste Wort für Japan-Reisende.
Sumimasen ist vermutlich das wichtigste Wort, das du auf Japanisch kennen solltest. Die wörtliche Wurzel sumu (enden, erledigt sein) steht hier in der Verneinung und bedeutet: „Es ist nicht erledigt.“ Gemeint ist ein Gefühl offener Schuldigkeit. Diese Herkunft erklärt, warum sumimasen sowohl als Entschuldigung als auch als Dank funktioniert. In beiden Fällen erkennst du eine Schuld gegenüber der anderen Person an.
Laut der Bildungsumfrage 2021 der Japan Foundation gehört sumimasen weltweit zu den fünf am häufigsten gelehrten Wörtern in Japanischkursen. Das hat einen guten Grund. An einem einzigen Tag in Tokio sagst du sumimasen, um die Aufmerksamkeit eines Kellners zu bekommen, um dich im vollen Zug zu entschuldigen und um einem Fremden zu danken, der dir etwas Aufgehobenes zurückgibt.
すいません
/soo-ee-mah-sehn/
Wörtliche Bedeutung: Lockere Verkürzung von Sumimasen
“あ、すいません、ここ空いてますか?”
Oh, Entschuldigung, ist dieser Platz frei?
Eine häufige gesprochene Verkürzung von „Sumimasen“. Die Silbe „mi“ wird abgeschwächt, damit es schneller und gesprächiger klingt. In der gesprochenen Sprache völlig okay, in formellen Texten eher vermieden.
In schneller Alltagssprache wird sumimasen oft zu suimasen verkürzt. Die Bedeutung ist identisch. Der Unterschied ist nur phonetische Bequemlichkeit. Du hörst suimasen in lockeren Restaurants, in Zügen und auf der Straße oft häufiger als das volle sumimasen. Es ist völlig normales gesprochenes Japanisch, in formellen Texten steht aber fast immer die volle Form.
失礼します
/shee-tsoo-reh shee-mahs/
Wörtliche Bedeutung: Ich begehe eine Unhöflichkeit
“失礼します。山田部長はいらっしゃいますか?”
Entschuldigung. Ist Abteilungsleiter Yamada da?
Wird genutzt, wenn man einen Raum betritt, jemanden unterbricht oder sich entschuldigt, weil man geht. Im Büro sagen Mitarbeiter das beim Betreten des Büros eines Vorgesetzten. Auch häufig vor dem Auflegen am Telefon.
Shitsurei shimasu heißt wörtlich: „Ich werde eine Unhöflichkeit begehen.“ Es ist die höfliche Art, sich zu entschuldigen, wenn du ein Büro betrittst, ein Gespräch unterbrichst oder eine Runde verlässt. Die Vergangenheitsform shitsurei shimashita (失礼しました) nutzt man nachträglich als Entschuldigung: „Das war unhöflich von mir.“ Du hörst dieses Paar ständig in japanischen Arbeitsumgebungen und in japanischen Filmen und Dramen.
Formelle und geschäftliche Entschuldigungen: Keigo-Stufe
Diese Ausdrücke gehören zur Welt von keigo (敬語, Höflichkeitssprache), dem formellen Register in Business, Kundenservice und öffentlichem Leben. Wenn du auch nur ein oder zwei davon beherrschst, wirkst du wie ein ernsthafter Japanischlernender. Mehr zur japanischen Höflichkeit findest du auf unserer Japanisch-Lernseite.
申し訳ありません
/moh-shee-wah-keh ah-ree-mah-sehn/
Wörtliche Bedeutung: Es gibt keine Entschuldigung
“納期に遅れてしまい、申し訳ありません。”
Ich habe keine Entschuldigung dafür, dass ich die Frist verpasst habe.
Die Standard-Entschuldigung im Business. Für Meetings, professionelle E-Mails und Situationen mit Kundenkontakt. Stärker als „Sumimasen“ und zeigt echte berufliche Reue.
Moushiwake (申し訳) bedeutet wörtlich „etwas, das man zu seiner Verteidigung sagen kann“ oder „Ausrede“. Mit arimasen (es gibt nicht) wird daraus „Es gibt keine Entschuldigung“, ein starkes Eingeständnis, dass man den Fehler nicht rechtfertigen kann. Das ist die Basisform der formellen Entschuldigung in der japanischen Geschäftskultur. Man nutzt sie in Meetings, E-Mails und überall dort, wo sumimasen zu leicht wirken würde.
申し訳ございません
/moh-shee-wah-keh goh-zah-ee-mah-sehn/
Wörtliche Bedeutung: Es gibt keine Entschuldigung (demütig)
“システム障害でご不便をおかけし、誠に申し訳ございません。”
Wir haben wirklich keine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten durch die Systemstörung.
Die gehobene Form von „Moushiwake arimasen“. In Pressekonferenzen, Unternehmensentschuldigungen, eskaliertem Kundenservice und formeller schriftlicher Kommunikation. Das Suffix „gozaimasen“ erhöht die Demut maximal.
Wenn man arimasen durch das demütigere gozaimasen ersetzt, steigt der Ausdruck in die höchste Stufe formeller Entschuldigung. Diese Formulierung sieht man in japanischen Unternehmens-Pressekonferenzen, den shazai kaiken (謝罪会見), bei denen Führungskräfte tief vor Kameras verbeugen. Laut einer NHK-Analyse von 2023 kam moushiwake gozaimasen in über 85% der ausgestrahlten Unternehmens-Entschuldigungserklärungen dieses Jahres vor.
深くお詫び申し上げます
/foo-kah-koo oh-wah-bee moh-shee-ah-geh-mahs/
Wörtliche Bedeutung: Ich bringe demütig tiefe Entschuldigungen vor
“この度の不祥事について、深くお詫び申し上げます。”
Zu diesem Vorfall entschuldige ich mich zutiefst.
Die formellste Entschuldigung im Japanischen. Für schwere Unternehmensskandale, öffentliche Personen bei Kontroversen und die gravierendsten persönlichen Verfehlungen. Fast immer begleitet von einer tiefen 45-Grad-Verbeugung.
Das ist die stärkste Option unter den japanischen Entschuldigungen. Fukaku (zutiefst) plus owabi (Entschuldigung, mit dem Ehrenpräfix o-) plus moushiagemasu (demütig anbieten, vorbringen) ergibt den feierlichsten Ausdruck von Reue in der Sprache. Du begegnest ihm in formellen Pressekonferenzen, offiziellen Unternehmensstatements und schriftlichen Entschuldigungen von Prominenten. Im Alltag brauchst du das fast nie, aber es hilft beim Verstehen von Nachrichten und Unternehmenskultur.
🌍 Die japanische Entschuldigungspressekonferenz (謝罪会見)
Japans öffentliche Entschuldigungskultur hat kein echtes Gegenstück in westlichen Gesellschaften. Wenn ein Unternehmen einen schweren Fehler macht, halten Führungskräfte eine shazai kaiken (謝罪会見, Entschuldigungspressekonferenz). Sie stehen in einer Reihe und verbeugen sich tief, oft im vollen 45-Grad-Winkel saikeirei, während die ranghöchste Person die Entschuldigung vorträgt. Medien und Öffentlichkeit prüfen Tiefe und Dauer der Verbeugung genau. Das gilt als Zeichen von Aufrichtigkeit.
Die vielen Gesichter von すみません: Entschuldigung, Dank und Aufmerksamkeit
Einer der spannendsten Aspekte des Japanischen ist, wie sumimasen mühelos zwischen drei völlig verschiedenen Funktionen wechselt. Wenn du diese Vielseitigkeit verstehst, klingst du natürlicher.
| Funktion | Situation | Deutsches Äquivalent |
|---|---|---|
| Entschuldigung | Jemanden im Zug anrempeln | „Entschuldigung!“ |
| Dank | Jemand hält dir die Tür auf | „Danke!“ |
| Aufmerksamkeit | Einen Kellner rufen | „Entschuldigung!“ |
| Entschuldigung + Dank | Jemand hebt dir etwas auf | „Entschuldigung, danke!“ |
Die Logik dahinter bleibt gleich. In allen vier Fällen erkennt sumimasen an, dass die andere Person durch dich betroffen war. Beim Anrempeln körperlich. Beim Tür-Aufhalten durch Zeitaufwand. Beim Kellner-Rufen durch eine Unterbrechung der Arbeit. Die japanische Linguistin Sachiko Ide argumentiert, dass diese einheitliche Funktion den kulturellen Wert von meiwaku (迷惑) widerspiegelt, also das starke Bewusstsein, anderen Umstände oder Unannehmlichkeiten zu machen.
🌍 Sumimasen als „Danke“
Wenn dir in Japan jemand den Weg erklärt, dein Gepäck trägt oder dir ungefragt hilft, sagen viele Japaner oft sumimasen statt arigatou. Das ist keine Selbstabwertung, es ist Empathie. Mit der Entschuldigung für die Umstände würdigt der Sprecher die Mühe der anderen Person. Besucher, die sich das angewöhnen, bekommen oft Komplimente für ihr natürlich klingendes Japanisch.
Slang und sehr lockere Entschuldigungen
Unter engen Freunden und in informellen Situationen greifen japanische Sprecher zu verkürzten und spielerischen Formen. Sie sind in Anime, Manga und lockeren Gesprächen häufig, sollten aber nie in formellen Kontexten genutzt werden.
すまん
/soo-mahn/
Wörtliche Bedeutung: Altertümliche Verkürzung von 'Sumimasen'
“すまん、先に食べちゃった。”
Mein Fehler, ich habe schon gegessen, ohne auf dich zu warten.
Eine männliche, raue Verkürzung von „Sumimasen“. Häufig in Anime und bei älteren Männern. Klingt brummig, aber vertraut. Die Variante „Sumanai“ (すまない) ist etwas weniger verkürzt.
Suman (und die etwas längere Form sumanai) ist die informelle, männliche Verkürzung von sumimasen. Du hörst sie ständig bei männlichen Figuren in Anime und japanischen Filmen. Sie klingt rau und direkt, eine Entschuldigung ohne viel Zeremonie.
わりぃ
/wah-ree/
Wörtliche Bedeutung: Schlecht (Dialekt/Slangform von 'warui')
“わりぃわりぃ、完全に忘れてた。”
Mein Fehler, mein Fehler, ich habe es komplett vergessen.
Abgeleitet von „warui“ (悪い, schlecht/falsch). Entspricht im Deutschen etwa „mein Fehler“. Sehr locker, vor allem bei jungen Männern. Oft zur Betonung verdoppelt: „Warii warii“.
Warii ist eine Slang-Verformung von warui (悪い, „schlecht“). Warii zu sagen entspricht am ehesten „mein Fehler“. Es ist eine minimale, sehr lockere Art, Schuld einzugestehen. Die Verdopplung warii warii ist extrem häufig und signalisiert eine leichte, nicht dramatische Entschuldigung unter engen Freunden.
Verbeugen und Körpersprache bei Entschuldigungen
In der japanischen Kultur ist die körperliche Verbeugung (ojigi, お辞儀) eng mit der verbalen Entschuldigung verbunden. Die Tiefe der Verbeugung zeigt Aufrichtigkeit genauso stark wie die Worte.
| Verbeugungsart | Japanisch | Winkel | Verwendet bei |
|---|---|---|---|
| Nicken (eshaku) | 会釈 | 15° | Kleine „Entschuldigung“-Momente |
| Standardverbeugung (keirei) | 敬礼 | 30° | Standard-Entschuldigungen, sumimasen |
| Tiefe Verbeugung (saikeirei) | 最敬礼 | 45° | Formelle Entschuldigungen, schwere Fehler |
| Niederwerfen (dogeza) | 土下座 | Boden | Extreme Reue (selten im Alltag) |
Die 30-Grad-Verbeugung keirei begleitet die meisten Alltagsentschuldigungen, etwa sumimasen auf der Straße oder eine Entschuldigung bei Kollegen. Die 45-Grad-Verbeugung saikeirei ist für ernste Situationen reserviert: ein geschäftlicher Fehlschlag, eine schwere persönliche Kränkung oder eine öffentliche Entschuldigung. Dogeza (knien, Stirn auf dem Boden) ist die extremste Form. Man sieht sie fast nie außerhalb historischer Dramen, sie taucht aber gelegentlich auch in echten Unternehmensentschuldigungen auf.
⚠️ Timing ist wichtig
Die Verbeugung sollte die verbale Entschuldigung begleiten oder ihr leicht folgen, nicht davor kommen. Wenn du dich vor dem Sprechen verbeugst, wirkt es einstudiert oder unaufrichtig. Am natürlichsten ist: Du beginnst die Entschuldigung, verbeugst dich beim Schlüsselwort (sumimasen, moushiwake gozaimasen) und hältst kurz, bevor du dich wieder aufrichtest.
So reagierst du auf japanische Entschuldigungen
Zu wissen, wie man eine Entschuldigung höflich annimmt, ist wichtig. Japanische Antworten spielen den Vorfall oft herunter. Sie beruhigen die Person, die sich entschuldigt.
| Die andere Person sagt | Du kannst sagen | Bedeutung | Ton |
|---|---|---|---|
| すみません | いいえ、大丈夫です (Iie, daijoubu desu) | Nein, alles gut | Höflich, beruhigend |
| ごめんなさい | 気にしないで (Ki ni shinaide) | Mach dir keine Sorgen | Locker, warm |
| ごめん | 全然大丈夫 (Zenzen daijoubu) | Alles völlig okay | Locker, freundlich |
| 申し訳ございません | お気になさらないでください (Oki ni nasaranaide kudasai) | Bitte machen Sie sich keine Gedanken | Sehr formell |
| すみません | いえいえ (Ie ie) | Nein, nein | Locker-höflich |
| ごめんね | 大丈夫だよ (Daijoubu da yo) | Ist schon okay | Locker, beruhigend |
Das Muster ähnelt den Reaktionen auf Dank. Man weicht aus und spielt es herunter. So wie „Ach, nicht der Rede wert“ eine typische Antwort auf Dank ist, ist „Alles gut, mach dir keine Sorgen“ eine typische Antwort auf Entschuldigungen. Direkt „Ich verzeihe dir“ zu sagen, also yurushimasu (許します), klingt im Alltag überdramatisch. Heb dir das für ernste Situationen auf.
Üben mit echten japanischen Inhalten
Über Entschuldigungen zu lesen gibt dir die Basis. Sie natürlich gesprochen zu hören, mit richtiger Intonation, passenden Verbeugungen und sozialem Kontext, macht daraus Instinkt. Japanische Dramen und Filme eignen sich dafür gut, weil Figuren ständig zwischen sumimasen, gomen und moushiwake gozaimasen wechseln. So bekommst du ein Gefühl dafür, wann welcher Ausdruck passt.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „Sumimasen“ und „Gomen nasai“?
Wie entschuldigt man sich im japanischen Business-Kontext?
Warum sagen Japaner oft „Sumimasen“ statt „Arigatou“?
Muss man sich beim Entschuldigen auf Japanisch verbeugen?
Was bedeutet „Gomen ne“ und wann benutzt man es?
Quellen und Referenzen
- Agency for Cultural Affairs, Japan (文化庁), Nationale Sprachumfrage zur Höflichkeit im Japanischen (2023)
- The Japan Foundation (国際交流基金), Bericht zur Umfrage über japanischsprachige Bildung im Ausland (2021)
- Wierzbicka, A. (2003). „Cross-Cultural Pragmatics: The Semantics of Human Interaction.“ Mouton de Gruyter.
- Ethnologue: Languages of the World, Eintrag zur japanischen Sprache (2024)
- Ide, S. (1989). „Formal forms and discernment: Two neglected aspects of universals of linguistic politeness.“ Multilingua, 8(2-3).
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