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🇯🇵Japanisch

Japanische Zahlen 1-100: Der komplette Leitfaden zum Zählen auf Japanisch

Von Sandor13. Februar 202610 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Japanisch hat zwei Zahlensysteme: das sino-japanische (ichi, ni, san), das für die meisten Zählungen und Mathematik genutzt wird, und das einheimische Japanisch (hitotsu, futatsu, mittsu), das beim Zählen von Dingen ohne spezielle Zähleinheit vorkommt. Für die Zahlen 1-100 brauchst du vor allem das sino-japanische System. Das Grundmuster: 11 ist „juu ichi“ (zehn-eins), 20 ist „ni juu“ (zwei-zehn) und 25 ist „ni juu go“ (zwei-zehn-fünf).

Japanische Zahlen stellen eine besondere Herausforderung dar: Die Sprache hat nicht nur ein, sondern zwei vollständige Zählsysteme. Das sinojapanische System, das vor über tausend Jahren aus dem Chinesischen übernommen wurde, deckt die meisten modernen Zahlen ab. Das einheimische japanische System bleibt für das Zählen allgemeiner Dinge und in kulturellen Traditionen erhalten.

Japanisch wird laut Ethnologue-Daten von 2024 von etwa 125 Millionen Menschen gesprochen, vor allem in Japan. Die Japan Foundation berichtet, dass weltweit über 3,8 Millionen Menschen Japanisch als Fremdsprache lernen. Ob du in Tokio einkaufst, in Osaka eine Speisekarte liest oder eine Anime-Figur Zahlen herunterrattern hörst, das Beherrschen des sinojapanischen Zählsystems ist entscheidend.

„Das Nebeneinander einheimischer japanischer und sinojapanischer Zahlensysteme schafft einen Ausdrucksreichtum, der in europäischen Sprachen seinesgleichen sucht. Die Wahl zwischen den Lesungen trägt oft feine Nuancen von Formalität, Tradition und sogar Aberglauben.“

(Masayoshi Shibatani, The Languages of Japan, Cambridge University Press, 1990)

Dieser Leitfaden behandelt die sinojapanischen Zahlen 1-100, erklärt das einheimische Zählsystem, führt das wichtige Konzept der Zähleinheitswörter ein und zeigt die tiefe kulturelle Bedeutung von Zahlen in der japanischen Gesellschaft.

JapaneseDeutschPronunciation
一 (いち)1ichi
二 (に)2ni
三 (さん)3san
四 (し/よん)4shi / yon
五 (ご)5go
六 (ろく)6roku
七 (しち/なな)7shichi / nana
八 (はち)8hachi
十 (じゅう)10juu
百 (ひゃく)100hyaku

Zahlen 1-10: Das Grundsystem

Die sinojapanischen Zahlen 1-10 sind die Grundlage für alle größeren Zahlen. Achte besonders auf 4, 7 und 9, denn jede davon hat zwei gültige Lesungen.

⚠️ Shi und Ku vermeiden

Die Zahl 4 (shi) klingt genauso wie 死 (Tod), und 9 (ku) klingt wie 苦 (Leiden). Japanische Muttersprachler vermeiden diese Lesungen in den meisten Situationen aktiv. Hotels und Krankenhäuser lassen oft Zimmer mit den Nummern 4, 9, 42 (shi-ni = „zu Tode“) und 49 (shi-ku = „Tod und Leiden“) aus. Nimm für 4 immer yon und für 9 kyuu, außer du kennst einen Kontext, der die Alternative verlangt.


Zahlen 11-20: Das multiplikative Muster

Ab 11 werden japanische Zahlen sehr logisch. Das Muster ist juu (zehn) + Einerzahl. Du brauchst keine neuen Wörter, du kombinierst nur, was du schon kennst.

Beachte den Wechsel bei 20: ni juu bedeutet wörtlich „zwei Zehner“. Diese multiplikative Logik ist der Schlüssel zum ganzen System. Wo Deutsch eigene Wörter wie „elf“ und „zwölf“ hat, sagt Japanisch einfach „zehn-eins“ und „zehn-zwei“.


Die Zehner: 20 bis 100

Jedes Vielfache von zehn folgt dem Muster: Einerzahl + juu (zehn). Das einzige neue Wort ist hyaku (百) für 100.

Das System ist völlig transparent: Wenn du die Ziffern 1-9 und das Wort juu (zehn) kennst, kannst du jede Zehnerzahl bilden. Diese mathematische Eleganz gilt auch für alle zusammengesetzten Zahlen.


Zusammengesetzte Zahlen (21-99): Bausteine

Zusammengesetzte Zahlen verbinden Zehner und Einer ohne Verbindungswort. Du setzt sie einfach nebeneinander. Das Muster ist Einerzahl + juu + Einerzahl.

Es gibt kein japanisches Äquivalent zu „und“ zwischen Zehnern und Einern. Ni juu go (25) ist einfach „zwei-zehn-fünf“. Diese Direktheit macht japanische zusammengesetzte Zahlen kürzer und schneller als viele westliche Entsprechungen.

💡 Lautveränderungen in Zusammensetzungen

Beim Zählen mit bestimmten Zähleinheitswörtern ändern einige Zahlen ihren Klang (Rendaku). Zum Beispiel wird ichi + hyaku zu hyaku (nicht ichi-hyaku), san + hyaku zu san-byaku (nicht san-hyaku), und roku + hyaku zu roppyaku. Diese Änderungen gelten nur bei bestimmten Zähleinheitswörtern und bei den Hundertern. Das Grundsystem 1-99 hat solche Komplikationen nicht.


Über 100 hinaus: Hunderter und Tausender

Größere Zahlen folgen derselben multiplikativen Logik, mit einigen wichtigen Lautveränderungen.

Ein wichtiger Unterschied zu westlichen Sprachen: Japanisch gruppiert große Zahlen nach Zehntausendern (man, 万), nicht nach Tausendern. Eine Million ist also nicht „tausend Tausender“, sondern hyaku man (hundert Zehntausender). Diese andere Gruppierung führt oft zu Verwirrung beim Übersetzen großer Zahlen zwischen Japanisch und Deutsch.


Das einheimische japanische Zählsystem

Neben dem sinojapanischen System hat Japanisch ein einheimisches Zählsystem, das man für allgemeine Dinge (ohne spezielle Zähleinheitswörter) und in verschiedenen traditionellen Kontexten nutzt. Es geht nur bis 10.

Du hörst diese Formen ständig im Alltag. Beim Bestellen im Restaurant: mittsu kudasai (drei, bitte). Beim Zählen von Äpfeln im Laden: futatsu. Wenn du den passenden Zähler für ein Objekt nicht kennst, ist das einheimische System bis 10 immer eine sichere Ausweichlösung.


Einführung in Zähleinheitswörter (Josuushi)

Im Japanischen brauchst du spezielle Zähleinheitswörter, wenn du bestimmte Kategorien von Dingen zählst. Dieses Konzept gibt es im Deutschen nicht. Es ist einer der schwierigsten Teile des Zahlensystems.

Die japanische Kulturbehörde berichtet, dass es im Japanischen über 500 Zähleinheitswörter gibt. Im Alltag nutzt man aber nur etwa 30-40 regelmäßig. Man lernt das System schrittweise durch Kontakt mit der Sprache, nicht durch reines Auswendiglernen.

💡 Überlebensstrategie für Zähleinheitswörter

Wenn du den richtigen Zähler nicht kennst, nutze das einheimische japanische System (hitotsu, futatsu, mittsu...) für Mengen bis 10. Es funktioniert für fast jedes allgemeine Objekt und wird immer verstanden, auch wenn es nicht die präziseste Wahl ist. Japanische Muttersprachler schätzen die Mühe und verstehen dich problemlos.


Ordnungszahlen im Japanischen

Japanische Ordnungszahlen bildet man, indem man das Präfix dai- (第) vor die Zahl setzt oder das Suffix -banme (番目) dahinter. Beide Formen sind sehr verbreitet.

Dai- ist formeller und eher schriftsprachlich (第一章 = Kapitel 1). -banme ist eher umgangssprachlich (一番目の人 = die erste Person). In der Alltagssprache lässt man Ordnungszahlen oft ganz weg und nutzt Kontext oder Zähleinheitswörter, um die Reihenfolge zu zeigen.


Kulturelle Bedeutung von Zahlen in Japan

Zahlen haben in der japanischen Kultur eine starke symbolische Bedeutung. Das beeinflusst vieles, von Zimmernummern im Krankenhaus bis zu Geldgeschenken bei Hochzeiten.

Unglückliche 4 (shi/死): Das wichtigste Zahlentabu in Japan. Die Lesung shi für 4 ist ein Homophon von 死 (Tod). In Krankenhäusern fehlen oft der 4. Stock und Zimmer 4. Geschenksets enthalten nie 4 Teile. Laut der Umfrage der Kulturbehörde von 2023 ist diese Vermeidung in allen Altersgruppen fest verankert.

Unglückliche 9 (ku/苦): Die Lesung ku für 9 klingt wie 苦 (Leiden oder Qual). Zusammen mit 4 gilt 49 (shi-ku) als besonders gefürchtet, weil es wie „bis zum Tod leiden“ klingen kann. Krankenhausstationen und Hotels vermeiden diese Kombinationen.

Glückliche 7 (nana/shichi): Sieben gilt in Japan als Glückszahl. Das hängt mit buddhistischen Traditionen zusammen (die Sieben Glücksgötter, 七福神) und auch mit westlichem Kulturaustausch. Das Tanabata-Fest (七夕, der siebte Abend) findet am 7. Juli statt und gehört zu den beliebtesten Festen Japans.

Glückliche 8 (hachi): Die 8 gilt in Japan als besonders glückverheißend. Das Kanji 八 wird nach unten breiter und steht für wachsenden Wohlstand (suehirogari, 末広がり). Kennzeichen mit 8888 sind besonders teuer. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking begann bekanntlich um 20:08 Uhr am 08/08/08, das zeigt die gemeinsame ostasiatische Wertschätzung dieser Zahl.

Beträge für Hochzeitsgeschenke: Geldgeschenke bei japanischen Hochzeiten sollen immer ungerade Beträge sein (30.000 Yen, 50.000 Yen), weil man gerade Zahlen teilen kann, das steht für Trennung. 20.000 wird vermieden. 40.000 ist tabu, weil es eine gerade Zahl mit der todbezogenen 4 kombiniert.

🌍 Zahlenwortspiele (Goroawase)

Im Japanischen nutzt man häufig Zahlenwortspiele, sie heißen goroawase (語呂合わせ). Weil jede Ziffer mehrere Lesungen hat, können Zahlen Wörter bilden: 4649 kann man als yo-ro-shi-ku lesen (freut mich, dich kennenzulernen), 39 als san-kyuu (danke), und 1564 als hi-go-ro-shi (Zeit totschlagen). Man nutzt das für Telefonnummern, Passwörter und sogar Daten.


Üben mit echten japanischen Inhalten

Japanische Zahlen tauchen in besonderen Kontexten auf, von der Art, wie Preise in Konbinis angesagt werden, bis zu Zählliedern in Anime und der zahlenlastigen Welt japanischer Baseballkommentare. Kontakt mit echten Inhalten ist wichtig, damit du Zähleinheitswörter und Lautveränderungen verinnerlichst.

Japanische Filme und Anime eignen sich sehr gut zum Üben von Zahlen. Einkaufsszenen, Schulalltag und Sportübertragungen sind besonders hilfreich. Sieh dir unseren Leitfaden zu den besten Filmen zum Japanischlernen an, für Empfehlungen aus vielen Genres.

Wordy hilft dir, japanische Zahlen in authentischen Kontexten zu üben, mit interaktiven Untertiteln bei japanischen Filmen und Serien. Wenn eine Zahl oder ein Zähler erscheint, tippe darauf, um Kanji, Hiragana-Lesung und Bedeutung zu sehen. Schau in unseren Blog für weitere Ressourcen zum Japanischlernen, oder geh auf unsere Japanisch-Lernseite, um noch heute zu starten.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißen die Zahlen 1 bis 10 auf Japanisch?
Im sino-japanischen System: ichi (一, 1), ni (二, 2), san (三, 3), shi/yon (四, 4), go (五, 5), roku (六, 6), shichi/nana (七, 7), hachi (八, 8), kyuu/ku (九, 9), juu (十, 10). 4, 7 und 9 haben jeweils zwei Lesungen, je nach Kontext und dem, was folgt.
Warum gibt es im Japanischen zwei Zahlensysteme?
Japanisch übernahm das sino-japanische System (ichi, ni, san) zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert aus dem Chinesischen. Das einheimische System (hitotsu, futatsu, mittsu) ist älter. Heute dominiert sino-japanisch beim Zählen, das einheimische nutzt man für allgemeine Dinge und in traditionellen Kontexten.
Warum gilt die 4 im Japanischen als Unglückszahl?
Die 4 (四) kann „shi“ gelesen werden, ein Homophon zu 死 (shi, „Tod“). Diese Lautgleichheit macht die 4 kulturell stark negativ. Viele Krankenhäuser vermeiden Zimmer 4, Gebäude lassen die 4. Etage aus, und Geschenke gibt man nicht zu viert. Oft nutzt man „yon“.
Was sind Zähleinheiten und warum braucht man sie?
Im Japanischen braucht man beim Zählen oft Zähleinheiten (助数詞, josuushi). Je nach Objekt gibt es unterschiedliche: -mai (枚) für flache Dinge, -hon (本) für lange, zylindrische Dinge, -hiki (匹) für kleine Tiere, -nin (人) für Personen. Zahl plus Einheit: ichi-mai, san-bon.
Wie bildet man zusammengesetzte Zahlen auf Japanisch?
Zusammengesetzte Zahlen entstehen durch Multiplikation und Addition. Zehner: Zahl + juu, z.B. ni-juu (2x10 = 20), san-juu (3x10 = 30). Dann kommt die Einerzahl dazu: ni-juu-go (25), san-juu-hachi (38). Du musst im Grunde 1-10 plus hyaku (100) kennen.
Was ist der Unterschied zwischen „nana“ und „shichi“ bei 7?
„Nana“ (einheimisch) und „shichi“ (sino-japanisch) bedeuten beide 7. „Nana“ ist im Alltag häufiger, z.B. beim Zählen und in Telefonnummern. „Shichi“ kommt in festen Verbindungen vor, etwa „shichi-gatsu“ (Juli). „Nana“ ist meist die sichere Wahl.

Quellen und Referenzen

  1. Agency for Cultural Affairs, Japan, Umfrage zur japanischen Sprache, 2023
  2. Shibatani, M. (1990). The Languages of Japan. Cambridge University Press.
  3. Japan Foundation, Umfrage zur japanischsprachigen Bildung, 2021
  4. Ethnologue: Languages of the World, Eintrag zur japanischen Sprache (2024)

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