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🇮🇹Italienisch

Italienische Slangwörter und Ausdrücke: 20+ wichtige Phrasen, die Italiener wirklich benutzen

Von Sandor20. Februar 202610 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Das wichtigste italienische Slangwort ist „Figo/a“ (FEE-goh), es bedeutet „cool“ oder „mega“. Aber italienischer Slang ist stark regional geprägt. In Rom sagt man „Daje!“ (los geht’s!), in Mailand „Bella lì“ (stark, gut so) und in Neapel „Uè!“ (hey!). Der universelle Ausruf „Boh!“ (keine Ahnung, mir egal) mit übertriebenem Schulterzucken ist vielleicht das Italienischste, das du je lernst.

Warum italienischer Slang anders ist als alles andere

Italienischer Slang ist kein einziges System, sondern zwanzig. Jede große Stadt, von Rom bis Mailand bis Neapel, hat ihren eigenen informellen Wortschatz entwickelt. Jahrhunderte regionaler Dialekte haben ihn geprägt. Diese Ausdrücke zu verstehen, macht den Unterschied zwischen Lehrbuchitalienisch und dem Italienisch, das Italiener wirklich sprechen.

Italienisch wird weltweit von etwa 85 Millionen Menschen gesprochen, laut Ethnologue-Daten von 2024. Aber in Italiens 20 Regionen ist die sprachliche Vielfalt enorm. Die Accademia della Crusca, Italiens älteste Sprachinstitution (gegründet 1583), hat dokumentiert, wie regionale Dialekte ständig neuen Slang ins Standarditalienisch einspeisen.

"Italienischer Slang ist die lebendige Brücke zwischen den alten Dialekten und dem modernen Standarditalienisch. Jede Generation erfindet die Sprache neu, aber die regionalen Wurzeln bleiben sichtbar."

(Tullio De Mauro, La storia linguistica dell'Italia unita, Laterza)

Dieser Guide behandelt über 20 wichtige italienische Slang-Ausdrücke, geordnet nach Kategorien: universelle Ausdrücke, die alle nutzen, alltäglicher lockerer Slang, regionale Ausdrücke aus Rom, Mailand und Neapel, und Jugendslang, den du in sozialen Medien hörst. Zu jedem gibt es Aussprache, Beispiele und den kulturellen Kontext, damit du ihn natürlich verwendest.


Schnellübersicht: italienischer Slang auf einen Blick


Universeller italienischer Slang

Diese Ausdrücke versteht und nutzt man in ganz Italien, unabhängig von der Region. Sie bilden den Kern des informellen Italienisch. Du hörst sie in jeder italienischen Stadt dutzende Male pro Tag.

Figo/a

Slang

/FEE-goh / FEE-gah/

Wörtliche Bedeutung: Feige (die Frucht)

Quella macchina è troppo figa!

Dieses Auto ist so cool!

🌍

Italiens vielseitigstes Slang-Adjektiv. Kann alles beschreiben, was cool, attraktiv oder beeindruckend ist. Etymologisch von 'fico' (Feige) abgeleitet. Treccani dokumentiert die Entwicklung von der Frucht zum Slang im 20. Jahrhundert.

Figo ist das Schweizer Taschenmesser des italienischen Slangs. Eine Person, ein Auto, ein Restaurant, ein Film, ein Paar Schuhe, alles Beeindruckende kann figo sein. Das Wort folgt der normalen Genus-Anpassung im Italienischen: figo maskulin, figa feminin. Beachte, dass figa in manchen Kontexten auch vulgär sein kann (Bezug auf weibliche Anatomie). Kontext und Ton sind wichtig.

Der Ausruf Che figata! (keh fee-GAH-tah), wörtlich „was für eine Feigenhaftigkeit“, ist die Standardart zu sagen, dass etwas richtig gut ist. Du hörst ihn ständig bei Italienern unter 50.

Boh!

Locker

/BOH/

Wörtliche Bedeutung: (keine, reine Interjektion)

Dove vuoi mangiare stasera?, Boh!

Wo willst du heute Abend essen?, Keine Ahnung!

🌍

Immer begleitet von einem Schulterzucken mit offenen Handflächen. Zanichellis Wörterbuch führt es als eine der am häufigsten verwendeten italienischen Interjektionen. Von allen Altersgruppen, in allen Regionen und sozialen Schichten genutzt.

Boh ist vielleicht der italienischste Laut überhaupt. Es drückt Unsicherheit, Gleichgültigkeit oder eine fröhliche Weigerung aus, sich festzulegen. Das Wort hat keine echte Etymologie. Es ist reiner Klang, reine Geste, reines Italienisch. Laut Zanichellis Lo Zingarelli kam es Mitte des 20. Jahrhunderts in Standardwörterbücher, obwohl Italiener es schon viel länger sagten.

Entscheidend ist die Ausführung: gerundete Lippen, eine kurze Silbe, Schultern hoch, Handflächen offen. Ohne die Geste ist es nur ein halbes Boh.

🌍 Die Geste gehört zum Wort

In der italienischen Kommunikation sind Handgesten keine Deko, sie tragen Bedeutung. Boh! ohne Schulterzucken ist unvollständig. Forschung der Universität Rom zeigt, dass italienische Sprecher Geste und Sprache als eine Einheit verarbeiten, nicht als getrennte Kanäle.

Magari!

Locker

/mah-GAH-ree/

Wörtliche Bedeutung: Aus dem Griechischen 'makári' (gesegnet/glücklich)

Vuoi venire in vacanza con noi? (Magari!

Willst du mit uns in den Urlaub kommen?) Wenn doch! / Das wäre mega!

🌍

Eines der am schwersten übersetzbaren italienischen Wörter. Kann „wenn doch“, „ich wünschte“, „hoffentlich“ oder auch „vielleicht“ bedeuten. Die Bedeutung hängt komplett von Kontext und Intonation ab.

Magari ist das Wort, in das sich Italienischlernende verlieben und das sie dann schwer richtig einsetzen. Es vereint mindestens drei deutsche Bedeutungen in einem Wort. Treccani führt es auf das griechische makári (gesegnet, glücklich) zurück. Es entwickelte sich über süditalienische Dialekte ins Standarditalienische.

Als alleinstehender Ausruf (Magari!) drückt es einen starken Wunsch aus. Im Satz (Magari domani piove, vielleicht regnet es morgen) bedeutet es „vielleicht“. Diese Doppelnatur macht es typisch italienisch. Es kann intensives Verlangen und lockere Unsicherheit ausdrücken.

Dai!

Locker

/DAH-ee/

Wörtliche Bedeutung: Gib (Imperativ von 'dare')

Dai, andiamo! Siamo già in ritardo.

Komm schon, los! Wir sind schon spät dran.

🌍

In ganz Italien gebräuchlich. Kann Ermutigung ausdrücken („Dai, ce la puoi fare!“, Komm schon, du schaffst das!), Ungeduld („Dai, sbrigati!“, Komm schon, beeil dich!), oder Unglauben („Ma dai!“, Echt jetzt?).

Dai ist technisch der Imperativ der zweiten Person von dare (geben). Im Slang hat es aber nichts mit Geben zu tun. Es funktioniert als universeller Verstärker. Die Variante Ma dai! (mah DAH-ee) verschiebt die Bedeutung Richtung Unglauben oder Überraschung, ähnlich wie „Echt jetzt?“ oder „Ach komm!“ im Deutschen.


Alltäglicher lockerer Slang

Diese Ausdrücke gehören zur täglichen informellen Unterhaltung. Sie sind nicht regional. Italiener im ganzen Land nutzen sie in lockeren Situationen.

Tipo/a

Slang

/TEE-poh/

Wörtliche Bedeutung: Typ / Art

C'era questo tipo che parlava al telefono fortissimo.

Da war so ein Typ, der super laut telefoniert hat.

🌍

Wird wie „Typ“, „Kerl“ oder auch als Füllwort benutzt. Bei Jüngeren funktioniert „tipo“ auch als Einschub: „Era, tipo, bellissimo“ (Es war, so, wunderschön).

Tipo hat zwei Slang-Leben. Als Nomen bedeutet es „Typ“ oder „Kerl“ (quel tipo, dieser Typ). Als Füllwort funktioniert es wie das deutsche „so“. Jüngere Italiener bauen es in Sätze ein, ähnlich wie viele im Deutschen „so“ sagen.

Beccarsi

Slang

/behk-KAR-see/

Wörtliche Bedeutung: Picken (wie ein Vogel)

Ci becchiamo al bar alle otto?

Treffen wir uns um acht in der Bar?

🌍

Standardmäßige informelle Art, „sich treffen“ oder „abhängen“ zu sagen. Von „beccare“ (picken), das Bild ist, dass Vögel sich finden. In ganz Italien in lockerer Sprache genutzt.

Wenn Italiener Pläne mit Freunden machen, si beccano. Das Standardverb incontrarsi (sich treffen) klingt für lockere Pläne zu formell. Beccarsi füllt die Lücke perfekt: informell, warm und überall verständlich.

Al verde

Locker

/ahl VEHR-deh/

Wörtliche Bedeutung: Am Grünen

Non posso uscire stasera, sono al verde.

Ich kann heute Abend nicht raus, ich bin pleite.

🌍

Einer der ältesten Slang-Ausdrücke Italiens. Die Accademia della Crusca führt ihn auf mittelalterliche Kerzenauktionen zurück. Wenn die Kerze bis zum grünen Sockel herunterbrannte, war die Zeit, und das Geld, vorbei.

Die Etymologie von al verde ist wirklich spannend. Die Accademia della Crusca erklärt: Im mittelalterlichen Italien hatten Auktionskerzen grün bemalte Sockel. Wenn die Flamme das Grün erreichte, war die Auktion vorbei. Die Zeit war um, und bildlich auch das Geld. Sechs Jahrhunderte später sagen Italiener noch immer sono al verde, wenn das Portemonnaie leer ist.

Sbronzo/a

Slang

/ZBRON-tsoh / ZBRON-tsah/

Wörtliche Bedeutung: (unklar, möglicherweise lautmalerisch)

Marco era completamente sbronzo alla festa ieri sera.

Marco war gestern Abend auf der Party komplett besoffen.

🌍

Das gängige informelle Wort für „betrunken“. Weniger vulgär als manche deutschen Entsprechungen. Die Verbform „sbronzarsi“ (sich betrinken) ist genauso häufig. Alternativen sind „brillo“ (angetrunken) und „ubriaco fradicio“ (stockbetrunken).

Italienisch hat einen feinen Wortschatz für Abstufungen von Betrunkenheit. Brillo (BREEL-loh) bedeutet angenehm angeheitert. Sbronzo bedeutet richtig betrunken. Ubriaco fradicio (oo-bree-AH-koh FRAH-dee-choh, „triefend betrunken“) ist das Extrem. Das passende Wort zur passenden Stufe zu kennen, zeigt Sprachgefühl.

Andare fuori di testa

Slang

/ahn-DAH-reh FWOH-ree dee TEHS-tah/

Wörtliche Bedeutung: Aus dem Kopf rausgehen

Sto andando fuori di testa con questo esame.

Ich dreh wegen dieser Prüfung durch.

🌍

Kann Stress ausdrücken („ich verliere den Verstand“), Begeisterung („ich dreh bei diesem Song durch“), oder echte Wut („er ist ausgerastet“). Der Kontext entscheidet.

Dieser Ausdruck funktioniert über eine große Gefühlsspanne. Ein Student mit Prüfungsstress ist andando fuori di testa. Ein Fan, der einen neuen Song feiert, ist andando fuori di testa. Jemand, der wegen eines Strafzettels wütend ist, ist andando fuori di testa. Die Vielseitigkeit erinnert an ähnliche Ausdrücke im Deutschen, nur mit mehr italienischem Drama.


Regionaler Slang: Rom, Mailand und Neapel

Italienischer regionaler Slang (gergo regionale) ist besonders spannend. Jede große Stadt hat Ausdrücke, die Einheimische täglich nutzen. Für Italiener aus anderen Regionen klingen sie oft fremd.

⚠️ Nutze regionalen Slang mit Gefühl

Römischen Slang in Mailand zu nutzen oder neapolitanische Ausdrücke in Turin kann schräg oder komisch wirken. Wenn du dir sprachlich nicht sicher bist, bleib beim universellen Slang aus dem Abschnitt davor.

Römischer Slang (Romanesco)

Roms Slang, romanesco, ist durch italienisches Kino und Fernsehen landesweit bekannt geworden, von Federico Fellini bis zu modernen Serien wie Suburra.

Daje!

Slang

/DAH-yeh/

Wörtliche Bedeutung: Römische Aussprache von 'dai' (komm schon)

Daje, Roma! Forza!

Los, Roma! Komm schon!

🌍

Roms typischer Ausdruck. Ursprünglich eine romanesco-Aussprache von „dai“, heute ein Kultursymbol. Fußballfans schreien es im Stadio Olimpico, Freunde nutzen es zur Ermutigung, und es steht auf T-Shirts und Aufklebern in ganz Rom.

Daje ist für Rom das, was „Forza“ für Italien insgesamt ist: ein universeller Schlachtruf. International bekannt wurde es durch die Fußballkultur von AS Roma. Man nutzt es aber in jedem Kontext: Freunde anfeuern, Begeisterung zeigen oder sich durch eine schwere Aufgabe pushen.

Anvedi!

Slang

/ahn-VEH-dee/

Wörtliche Bedeutung: Römische Verkürzung von „und du siehst“ (e vedi)

Anvedi che macchina! È una Ferrari!

Guck dir das Auto an! Das ist ein Ferrari!

🌍

Reines romanesco. Drückt Überraschung, Bewunderung oder Unglauben aus. Oft mit einem Zeigefinger oder einem Kopfnicken in Richtung des Objekts.

Anvedi ist eine Verkürzung, die nur im römischen Dialekt Sinn ergibt. Sie komprimiert e vedi (und schau) zu einem einzigen Ausruf. Wenn du es außerhalb Roms nutzt, wirkst du sofort wie ein Römer oder wie jemand, der lange in der Hauptstadt war.

Mica

Locker

/MEE-kah/

Wörtliche Bedeutung: Krümel (aus dem Lateinischen 'mica')

Non è mica male questo ristorante!

Dieses Restaurant ist gar nicht schlecht!

🌍

„Mica“ gibt es auch im Standarditalienisch, aber Römer nutzen es viel häufiger und stärker. Es verstärkt die Verneinung: „non è mica facile“ (das ist überhaupt nicht leicht). Es kann auch rhetorische Fragen bilden: „Mica vorrai andare?“ (Du willst doch nicht wirklich gehen, oder?).

Mica existiert in der Standardgrammatik, aber Römer nutzen es als typischen Verstärker. Wo Standarditalienisch per niente (überhaupt nicht) nehmen könnte, greift ein Römer zu mica. Treccani führt es auf das lateinische mica (Krümel) zurück. Die Idee ist: „nicht einmal ein Krümel“ Wahrheit steckt darin.

Mailänder Slang

Mailands Slang spiegelt die Rolle der Stadt als Wirtschafts- und Modehauptstadt Italiens wider: schneller, kosmopolitischer und stark vom Englischen beeinflusst.

Bella lì

Slang

/BEHL-lah LEE/

Wörtliche Bedeutung: Schön dort

Ho passato l'esame!, Bella lì!

Ich habe die Prüfung bestanden!, Sauber!

🌍

Mailänder Ausdruck für Zustimmung oder Zufriedenheit. Funktioniert wie „sauber“, „nice“ oder „läuft“. Kurz und effizient, sehr mailändisch.

Bella lì trifft Mailands sprachliche Persönlichkeit: effizient, zustimmend, nicht übermäßig emotional. Wo ein Römer dir ein dramatisches Daje! mit großen Gesten gibt, nickt ein Mailänder und sagt Bella lì. Erledigt. Weiter.

Neapolitanischer Slang

Neapels Slang ist untrennbar mit dem neapolitanischen Dialekt (napoletano) verbunden, den UNESCO als eigene Sprache einstuft. Viele neapolitanische Slangwörter sind ins allgemeine Italienisch gewandert.

Uè!

Slang

/oo-EH/

Wörtliche Bedeutung: (Interjektion, hey!)

Uè, Gianni! Dove stai andando?

Hey, Gianni! Wo gehst du hin?

🌍

Neapels typischer Ruf zur Begrüßung. Laut, warm und eindeutig südlich. Kann freundlich oder konfrontativ wirken, je nach Lautstärke und Kontext. Bekannt aus unzähligen neapolitanischen Liedern und Filmen.

ist der Klang von Neapel: laut, direkt und unmöglich zu überhören. Es kann eine warme Begrüßung über eine Piazza sein oder ein scharfer Aufmerksamkeitsruf im Markt. Vokallänge und Lautstärke bestimmen die Emotion: ein kurzes, fröhliches Uè! ist ein Gruß, ein langgezogenes, lautes Uèèè! ist eine Warnung.


Jugendslang und soziale Medien

Italienischer Jugendslang (gergo giovanile) verändert sich schnell. Er wird stark vom Englischen, von sozialen Medien und Musik beeinflusst. Die Accademia della Crusca veröffentlicht regelmäßig Berichte zu diesen Verschiebungen. Sie merkt an, dass etwa 30% neuer italienischer Jugendslang direkt aus dem Englischen entlehnt wird.

Spettacolare

Locker

/speht-tah-koh-LAH-reh/

Wörtliche Bedeutung: Spektakulär

Il concerto ieri sera è stato spettacolare!

Das Konzert gestern Abend war spektakulär!

🌍

Nicht wirklich Slang (es ist ein normales italienisches Adjektiv), aber in lockerer Jugendsprache viel häufiger als allgemeines Positivwort. Funktioniert wie „mega“ oder „unglaublich“ im Deutschen.

Obwohl spettacolare auch im formellen Italienisch existiert, nutzen jüngere Sprecher es als Standard-Superlativ. Das ist ähnlich, wie viele im Deutschen „mega“ übernutzen. In lockeren Gesprächen hat es ältere Verstärker wie fantastico und meraviglioso oft verdrängt.

Ghostare

Slang

/goh-STAH-reh/

Wörtliche Bedeutung: Ghosten (Entlehnung aus dem Englischen)

Mi ha ghostato dopo il secondo appuntamento.

Er/sie hat mich nach dem zweiten Date geghostet.

🌍

Direkte Entlehnung aus dem Englischen „to ghost“, angepasst an italienische Verbkonjugation (Endung -are). Teil einer Welle englischer Lehnwörter im italienischen Dating- und Social-Media-Wortschatz.

Italienisch macht mit Fremdwörtern, was es schon immer gemacht hat: Es nimmt sie auf und konjugiert sie. Ghost wird zu ghostare, nach dem üblichen -are-Muster. Du kannst es komplett beugen: io ghosto, tu ghosti, lui/lei ghosta. Die Crusca hat dieses „Italianisieren“ englischer Verben als ein typisches Merkmal heutigen italienischen Slangs beschrieben.

Chillare

Slang

/cheel-LAH-reh/

Wörtliche Bedeutung: Chillen (Entlehnung aus dem Englischen)

Stasera chilliamo a casa mia?

Chillen wir heute Abend bei mir?

🌍

Noch eine Anpassung vom Englischen ins Italienische. Vor allem bei Italienern unter 30. Ältere Italiener sagen eher „rilassarsi“ (sich entspannen).

Chillare zeigt die Generationenlücke im italienischen Slang sehr klar. Frag eine italienische Oma, was chillare heißt, und sie schaut dich ratlos an. Frag einen 20-Jährigen, und er nutzt es dreimal im nächsten Satz.


Vergleich regionaler Slang-Ausdrücke

Dasselbe Grundkonzept kann je nach Ort in Italien komplett anders ausgedrückt werden:

KonzeptRomMailandNeapelStandarditalienisch
Cool / HammerFigo / ForteFigo / Bella lìBellilloBello / Fantastico
Komm schon!Daje!Dai!Jamm!Dai! / Andiamo!
Hey!Aò!Ehi!Uè!Ehi!
Guck mal!Anvedi!Guarda!Uè, guarda!Guarda!
Typ / KerlEr tipoIl tipo'O guaglioneIl ragazzo
Niemals!Ma che stai a dì?Ma va!Ma che dici?Ma davvero?

🌍 Italiens sprachliche Vielfalt

Italien wurde erst 1861 geeint. Über Jahrhunderte funktionierte jede Region als eigener Staat mit eigener Sprache. Laut Ethnologue hat Italien 34 lebende Sprachen, nicht Dialekte, sondern eigenständige Sprachen. Diese Geschichte erklärt, warum regionale Slang-Unterschiede so stark sind, verglichen mit Ländern mit längerer sprachlicher Einheit.


Wie du mit italienischem Slang natürlich klingst

Slang richtig zu nutzen ist mehr als Wortschatz. Es geht um Rhythmus, Gestik und Kontext. Hier sind praktische Regeln.

Mach dasMach das nicht
Starte mit universellem Slang (Boh, Dai, Figo)Mische regionalen Slang aus verschiedenen Städten
Passe deine Energie an dein Gegenüber anNutze Slang in formellen oder beruflichen Situationen
Kombiniere Ausdrücke mit passenden GestenÜbertreibe Slang, um „cool“ zu wirken, Italiener merken das
Hör erst zu, wie Einheimische es nutzen, bevor du es kopierstGeh davon aus, dass Slang aus Rom in Mailand funktioniert

💡 Die Regel „erst zuhören“

Bevor du regionalen Slang nutzt, hör einen Tag lang einfach zu. Italienischer Slang hängt stark von Intonation und Gestik ab. Dasselbe Wort kann je nach Ausführung etwas völlig anderes bedeuten. Dai! mit einem Lächeln ist Ermutigung. Dai! mit einem bösen Blick ist Frust.


Lerne italienischen Slang durch Filme und Serien

Über Slang zu lesen gibt dir Vokabeln, aber ihn im Kontext zu hören sorgt dafür, dass er hängen bleibt. Italienisches Kino ist eine der besten Quellen für natürlichen, regionsspezifischen Slang. Römischer Slang füllt jede Szene von Suburra und Romanzo Criminale. Neapolitanischer Dialekt trägt Gomorra und L'Amica Geniale. Für landesweiten Jugendslang sind moderne Komödien wie Perfetti Sconosciuti ideal.

Wordy lässt dich italienische Filme und Serien mit interaktiven Untertiteln schauen. Tippe auf jeden Slang-Ausdruck und sieh Bedeutung, Aussprache und regionalen Kontext in Echtzeit. Statt Listen auswendig zu lernen, nimmst du Slang aus echten Gesprächen mit echter Intonation auf.

Für mehr Inhalte auf Italienisch, schau in unseren blog mit Guides wie die besten Filme, um Italienisch zu lernen. Du kannst auch unsere Italienisch-Lernseite besuchen und heute mit echten italienischen Medien üben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das häufigste italienische Slangwort?
„Figo“ (FEE-goh) oder „figa“ (FEE-gah) gilt als eines der häufigsten italienischen Slangwörter. Je nach Kontext bedeutet es „cool“, „mega“ oder „attraktiv“. Der Ausruf „Che figata!“ (wie geil!) ist bei jüngeren Italienern in fast allen Regionen ständig zu hören.
Was bedeutet „Boh“ auf Italienisch?
„Boh“ (BOH) ist Italiens universeller Ausdruck für Unsicherheit oder Gleichgültigkeit. Je nach Ton heißt es „keine Ahnung“, „wer weiß“ oder „mir egal“. Fast immer kommt ein Schulterzucken mit offenen Handflächen dazu, eine der bekanntesten italienischen Gesten.
Was bedeutet „Magari“ auf Italienisch?
„Magari“ (mah-GAH-ree) ist eines der am schwersten übersetzbaren italienischen Wörter. Es kann „wenn doch!“, „ich wünschte!“, „hoffentlich!“ oder auch „vielleicht“ bedeuten. Auf „Vuoi venire in Italia?“ heißt „Magari!“ so viel wie „Sehr gern!“ oder „Das wäre genial!“
Ist italienischer Slang überall in Italien gleich?
Nein. Italienischer Slang unterscheidet sich stark je nach Region. Rom hat eigenes Slangitalienisch (romanesco) mit Ausdrücken wie „Daje!“ und „Anvedi!“. In Mailand hört man eher „Bella lì“. Neapel hat eine reiche Slangtradition, geprägt vom neapolitanischen Dialekt. Die Region zu kennen hilft, nicht fehl am Platz zu klingen.
Was bedeutet „Dai“ oder „Daje“ auf Italienisch?
„Dai“ (DAH-ee) ist umgangssprachliches Standarditalienisch und bedeutet je nach Situation „komm schon!“, „los!“ oder „beeil dich!“. Die römische Variante „Daje“ (DAH-yeh) ist stärker betont und durch römische Popkultur weit bekannt. Beide können Ermutigung, Ungeduld oder Unglauben ausdrücken.

Quellen und Referenzen

  1. Treccani, Online-Wörterbuch der italienischen Sprache (treccani.it)
  2. Zanichelli, Lo Zingarelli: Wörterbuch der italienischen Sprache, Ausgabe 2024
  3. Eble, C., Slang and Sociability: In-Group Language Among College Students (University of North Carolina Press)
  4. Ethnologue: Languages of the World, 27. Ausgabe, Eintrag zur italienischen Sprache (2024)
  5. Accademia della Crusca, Sprachberatung: Jugendsprache

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