← Zurück zum Blog
🇩🇪Deutsch

Wochentage auf Deutsch: kompletter Guide mit Aussprache und Herkunft

Von Sandor15. Februar 20269 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Die Wochentage auf Deutsch sind Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Anders als in romanischen Sprachen gehen die deutschen Namen teils auf nordische Götter zurück und werden immer großgeschrieben.

Die kurze Antwort

Die sieben Wochentage auf Deutsch sind Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Anders als in romanischen Sprachen (Spanisch, Französisch, Italienisch) stammen die deutschen Wochentagsnamen vor allem aus der nordischen Mythologie statt von römischen Planetengöttern. Und weil im Deutschen alle Nomen großgeschrieben werden, schreibt man die Wochentage immer groß.

Deutsch wird weltweit von etwa 134 Millionen Menschen gesprochen. Damit ist es laut Ethnologue-Daten von 2024 die meistgesprochene Muttersprache in der Europäischen Union. Es ist Amtssprache in Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Es ist auch eine der Amtssprachen in der Schweiz, Belgien und Luxemburg.

„Die germanischen Wochentagsnamen zeigen den Moment, in dem nordische Mythologie auf römische Astronomie traf, eine kulturelle Übersetzung, die die planetare Struktur bewahrte und mediterrane Götter durch nördliche ersetzte.“

(Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache)

Dieser Leitfaden erklärt jeden Wochentag mit Aussprache, Etymologie, Grammatik und kulturellem Kontext für deutschsprachige Länder.


Alle 7 Tage auf einen Blick

Achte auf das Muster: Sechs der sieben Tage enden auf -tag (das deutsche Wort für „Tag“). Mittwoch ist die Ausnahme.


Nordische Götter und planetare Parallelen: Die Geschichte hinter jedem Tag

Die deutschen Wochentagsnamen folgen demselben römischen Planetenmodell wie in romanischen Sprachen. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: Wo die lateinischen Sprachen die römischen Götter behielten, ersetzten germanische Sprachen sie durch eigene nordische und germanische Gottheiten. Wenn du diese Ersetzungen verstehst, siehst du die engen Verbindungen beider Systeme.

Montag

Montag kommt vom althochdeutschen Mānetag (Tag des Mondes). Das ist eine direkte Übersetzung des lateinischen Lunae dies. Das heutige deutsche Wort für den Mond ist Mond, dadurch ist die Verbindung klar.

Der Mond war in beiden mythologischen Systemen derselbe Himmelskörper. Darum brauchte man hier keinen Gott auszutauschen.

Dienstag

Dienstag geht auf das althochdeutsche Ziostag zurück, den Tag des Ziu (südgermanischer Name des nordischen Gottes Tyr). Tyr war der Gott von Krieg, Recht und heldischem Ruhm, das germanische Gegenstück zu Mars. Der heutige Name Dienstag sieht so aus, als stecke Dienst darin, das ist aber eine spätere Volksetymologie.

Die historische Wurzel ist der Gott Ziu beziehungsweise Tyr.

🌍 Regionale Variante: Ziischtig

Im Schweizerdeutschen (alemannische Dialekte) heißt der Dienstag oft Ziischtig oder Zischtig. Das zeigt die ursprüngliche Verbindung zu Ziu klarer als das Standarddeutsche Dienstag. Dialektwörter für Wochentage unterscheiden sich oft deutlich vom Standarddeutschen.

Mittwoch

Mittwoch ist der ungewöhnlichste Tagesname im Deutschen. Er bedeutet wörtlich „Mitte der Woche“ (Mitte = Mitte, Woche = Woche). Er ist der einzige deutsche Wochentag ohne Bezug zu einer Gottheit. Der ursprüngliche germanische Name war Wotanstag (Tag Wotans beziehungsweise Odins).

Die christliche Kirche ersetzte Wotanstag bewusst durch das neutrale Mittwoch. Sie wollte den heidnischen Bezug entfernen. Das war Teil eines größeren Versuchs, den Kalender in germanischsprachigen Regionen zu entheidnischen.

Das zeigt auch, wie man die Woche verstand: Mittwoch ist die Mitte einer Woche von Montag bis Sonntag. Das bestätigt, dass der Wochenbeginn am Montag historisch tief verankert ist.

Donnerstag

Donnerstag bedeutet „Tag des Donners“. Er kommt von Donner und bezieht sich auf den nordischen Gott Thor, in germanischer Mythologie Donar. Thor beziehungsweise Donar war der Gott von Donner, Stärke und Stürmen, das germanische Gegenstück zu Jupiter.

Das Wort Donner nutzt man im Alltag. Donnerwetter! ist ein milder Ausruf der Überraschung.

Freitag

Freitag geht auf die nordische Göttin Freyja zurück, oder auf Frigg. Sie steht für Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Sie entspricht in der Funktion der Venus.

In der Forschung diskutiert man, ob Freitag Freyja oder Frigg (Odins Frau) meint. Beide Göttinnen haben ähnliche Eigenschaften. Die Verbindung zu Liebe und Schönheit passt in jedem Fall gut zu Venus.

🌍 Freitag der Dreizehnte

Auch im Deutschen gilt Freitag der 13. als Unglückstag. Dieser Aberglaube ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Einige Studien vermuten, dass kleine Unfallzahlen an diesem Tag steigen. Forschende erklären das eher mit mehr Anspannung als mit Pech.

Samstag

Samstag kommt vom althochdeutschen Sambaztag. Es stammt vom hebräischen Shabbat über das griechische Sabbaton und das lateinische Sabbatum. Das ist dieselbe Wurzel wie Spanisch sábado und Französisch samedi.

Im Deutschen gibt es aber noch ein zweites Wort für Samstag: Sonnabend (wörtlich „Sonntagabend“ oder „der Abend vor Sonntag“). Sonnabend nutzt man vor allem in Nord- und Ostdeutschland. Samstag dominiert in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Beide Formen sind Standarddeutsch, aber Samstag ist in offiziellen und medialen Kontexten üblicher.

Sonntag

Sonntag bedeutet „Tag der Sonne“, von Sonne. Anders als romanische Sprachen, die das heidnische dies Solis durch das christliche dies Dominicus (Tag des Herrn) ersetzten, behielt das Deutsche den ursprünglichen Sonnenbezug.

Der Sonntag ist in Deutschland ein gesetzlich geschützter Ruhetag. Die Sonntagsruhe steht sogar im Grundgesetz (Artikel 139). Die meisten Läden sind sonntags geschlossen, und Lärmvorschriften sind strenger. Rasenmähen oder Bohren am Sonntag kann Beschwerden auslösen oder sogar ein Bußgeld.


Grammatik: So verwendest du Wochentage in Sätzen

Im Deutschen gibt es klare Regeln für Wochentage. Du brauchst sie für korrekten Gebrauch.

Immer großgeschrieben

Weil im Deutschen alle Nomen großgeschrieben werden, schreibt man Wochentage immer groß: Montag, Dienstag, Mittwoch usw. Das ist anders als in Spanisch, Französisch und Italienisch.

„Am Montag“ = Am Montag

Für „an“ einem bestimmten Tag nutzt man im Deutschen die Präposition an mit dem Dativartikel dem. Das zieht sich zu am zusammen:

  • Ich komme am Montag. (Ich komme am Montag.)
  • Am Freitag habe ich frei. (Am Freitag habe ich frei.)

Für Gewohnheiten setzt man ein -s an den Tagesnamen. Dann schreibt man klein, weil es ein Adverb ist:

  • Montags gehe ich schwimmen. (Montags gehe ich schwimmen.)
  • Freitags bestellen wir Pizza. (Freitags bestellen wir Pizza.)
KonstruktionBedeutungBeispiel
am Montagam (diesen) MontagAm Montag regnet es. (Am Montag regnet es.)
montagsmontags (jede Woche)Montags regnet es immer. (Montags regnet es immer.)

Genus: Alle maskulin

Alle sieben Tage sind maskulin (der). Das ändert sich nicht:

  • der Montag, der Dienstag, der Mittwoch, der Donnerstag, der Freitag, der Samstag, der Sonntag

Im Dativ (nach am): am Montag, am Dienstag usw.

Zeitangaben

DeutschDeutsch
letzten Montagletzten Montag
nächsten Dienstagnächsten Dienstag
vorletzten Mittwochvorletzten Mittwoch
übernächsten Donnerstagübernächsten Donnerstag
jeden Freitagjeden Freitag

💡 Der -s-Adverb-Trick

Wenn ein Tagesname ein kleingeschriebenes -s bekommt (montags, dienstags usw.), wird er zum Adverb. Er bedeutet dann „an [Tagen]“ im Sinne von Gewohnheit. Das unterscheidet sich von der Nomenform: der Montag (Nomen) vs. montags (Adverb). Diese Unterscheidung gibt es so nicht in vielen anderen Sprachen.


Wochenstruktur: Montag zuerst

Deutschland, Österreich und die Schweiz beginnen die Woche am Montag. Das folgt dem ISO-8601-Standard. Das deutsche Wort für „Woche“ ist Woche (feminin: die Woche). Übliche Ausdrücke sind:

  • Arbeitswoche: von Montag bis Freitag (von Montag bis Freitag)
  • Werktage: Werktage (wörtlich „Arbeitstage“, Montag bis Freitag, manchmal auch Samstagvormittag)
  • Wochenende: das Wochenende (das Wochenende)
  • Wochenmitte: Mittwoch kodiert dieses Konzept direkt

Die typische Arbeitswoche in Deutschland hat meist 38-40 Stunden an fünf Tagen. Deutschland ist bekannt für eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit. Wenn der Arbeitstag endet, endet er.


Nützliche Sätze mit Wochentagen


Monate des Jahres: Kurze Ergänzung

Wochentage und Monate stehen oft zusammen. Hier sind die 12 Monate auf Deutsch. Man schreibt sie immer groß, und sie sind alle maskulin.

Deutsche Datumsangaben nutzen das Format: Zahl + Punkt + Monat. Zum Beispiel: der 25. Dezember (der 25. Dezember). In Österreich sagt man statt Januar oft Jänner. Feber ersetzt gelegentlich Februar.


Kulturelle Hinweise: Wie Wochentage das Leben in deutschsprachigen Ländern prägen

Sonntagsruhe: Der geschützte Sonntag

Die Sonntagsruhe ist eines der auffälligsten Merkmale deutscher Alltagskultur. Läden sind geschlossen. Man soll leise sein. Selbst Autowaschen oder Wäsche draußen aufhängen kann in manchen Gegenden Beschwerden auslösen. Diese Tradition ist verfassungsrechtlich geschützt und zeigt, wie wichtig Ruhe und Familienzeit sind.

Ausnahmen sind zum Beispiel Bäckereien, die oft ein paar Stunden morgens öffnen. Auch Tankstellen, Restaurants sowie Läden in großen Bahnhöfen und Flughäfen sind ausgenommen.

Samstag vs. Sonnabend: Nord-Süd-Unterschied

Zwei Standardwörter für Samstag gehören zu den bekanntesten regionalen Unterschieden im Deutschen. Wenn du Sonnabend hörst, bist du wahrscheinlich in Norddeutschland oder sprichst mit jemandem von dort (Hamburg, Berlin, Dresden). Wenn du Samstag hörst, kommt die Person eher aus Süddeutschland (München, Stuttgart), aus Österreich oder aus der Schweiz.

🌍 Die Feierabend-Tradition

Feierabend (wörtlich „Feier-Abend“) ist der Moment, in dem der Arbeitstag endet. Das ist ein wichtiger Begriff in der deutschen Kultur. Wenn eine Kollegin oder ein Kollege sagt Schönen Feierabend! (Schönen Feierabend!), meint das die klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Diese Grenze gilt als wichtig, Arbeitsmails am Abend wirken oft unhöflich.

Österreichische und Schweizer Varianten

Die Wochentage selbst sind in allen deutschsprachigen Ländern gleich. Der Alltagstakt unterscheidet sich aber. In Österreich schließen Geschäfte samstags oft früher. In der Schweiz nutzen viele im Gespräch Dialektformen (Mäntig für Montag, Ziischtig für Dienstag), schreiben aber Standarddeutsch. In der Schweiz sind Sonntagsruhe-Regeln oft noch strenger als in Deutschland.


Üben mit echten deutschen Inhalten

Vokabeln aus einer Tabelle zu lernen ist effizient. Aber Montag und Freitag in natürlicher Sprache zu hören, bringt echte Sicherheit. Deutsche Filme, Serien und Nachrichten enthalten viele Termine und Wochentagsangaben.

Wordy lässt dich deutsche Filme und Serien mit interaktiven Untertiteln schauen. Tippe auf ein Wort und sieh sofort Bedeutung, Aussprache, Genus und Kasus. Du lernst Wörter im Kontext, statt sie isoliert auswendig zu lernen.

Für mehr Deutsch-Lernmaterial findest du in unserem Blog viele Guides, von Begrüßungen bis zu den besten Filmen zum Deutschlernen. Besuche unsere Deutsch-Lernseite und starte noch heute.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißen die 7 Wochentage auf Deutsch?
Die 7 Wochentage heißen: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Im Deutschen werden sie großgeschrieben, weil es Substantive sind. In Klammern kannst du zur Orientierung die englischen Entsprechungen dazuschreiben.
Beginnt die Woche in Deutschland am Montag oder am Sonntag?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz beginnt die Woche am Montag. Kalender und Planer orientieren sich in der Regel an ISO 8601, dort steht Montag an erster Stelle. Das ist im gesamten deutschsprachigen Raum üblich.
Wie sagt man „am Montag“ auf Deutsch?
Für einen bestimmten Montag sagst du „am Montag“: „Ich komme am Montag.“ Wenn du „jeden Montag“ meinst, nutzt du „montags“ (klein, mit -s): „Montags gehe ich ins Fitnessstudio.“
Warum heißt Wednesday auf Deutsch „Mittwoch“ und nicht wie die anderen nach einem Gott?
„Mittwoch“ bedeutet wörtlich „Mitte der Woche“ (Mitte, Woche). Der ältere germanische Name war „Wotanstag“, wurde aber von der Kirche ersetzt, um den heidnischen Bezug zu vermeiden. Im Englischen blieb der Bezug als „Wednesday“ (Woden’s day) erhalten.
Was ist der Unterschied zwischen „Samstag“ und „Sonnabend“?
Beides bedeutet Samstag. „Samstag“ (über das Hebräische Schabbat) ist vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz üblich. „Sonnabend“ (wörtlich „Sonntagabend“) hört man eher in Nord und Ostdeutschland. Beide sind korrekt, „Samstag“ ist insgesamt häufiger.
Sind die Wochentage im Deutschen maskulin, feminin oder neutral?
Alle sieben Wochentage sind im Deutschen maskulin, also „der“: der Montag, der Dienstag, der Mittwoch usw. Das gilt ohne Ausnahmen. In Sätzen verwendest du entsprechend Formen wie „am Montag“ oder „jeden Dienstag“.

Quellen und Referenzen

  1. Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 28. Auflage (2024)
  2. Goethe-Institut, Ressourcen zur deutschen Sprache und kulturelle Informationen
  3. Ethnologue: Languages of the World, Eintrag zur deutschen Sprache (2024)
  4. Kluge, F. (2011). Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. De Gruyter, 25. Auflage.
  5. ISO 8601, internationaler Standard für Datums- und Zeitdarstellungen

Starte mit Wordy

Schau echte Filmszenen und baue deinen Wortschatz ganz nebenbei aus. Kostenloser Download.

Im App Store ladenJetzt bei Google PlayIm Chrome Web Store verfügbar

Mehr Sprachguides

Wochentage auf Deutsch, Guide 2026