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Kurze Antwort
Die Wochentage auf Deutsch sind Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Anders als in romanischen Sprachen gehen die deutschen Namen teils auf nordische Götter zurück und werden immer großgeschrieben.
Die kurze Antwort
Die sieben Wochentage auf Deutsch sind Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Anders als in romanischen Sprachen (Spanisch, Französisch, Italienisch) stammen die deutschen Wochentagsnamen hauptsächlich aus der nordischen Mythologie und nicht von römischen Planetengöttern. Und weil im Deutschen alle Substantive großgeschrieben werden, schreibt man auch die Wochentage immer groß.
Deutsch wird weltweit von ungefähr 134 Millionen Menschen gesprochen. Damit ist es laut den Ethnologue-Daten von 2024 die meistgesprochene Muttersprache in der Europäischen Union. Es ist Amtssprache in Deutschland, Österreich und Liechtenstein und eine der Amtssprachen in der Schweiz, Belgien und Luxemburg.
"The Germanic weekday names reveal the moment when Norse mythology met Roman astronomy, a cultural translation that preserved the planetary structure while replacing Mediterranean gods with northern ones."
(Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache)
Dieser Guide behandelt jeden Wochentag mit Aussprache, Etymologie, Grammatik und kulturellem Kontext für deutschsprachige Länder.
Alle 7 Tage auf einen Blick
Achte auf das Muster: Sechs der sieben Tage enden auf -tag (das deutsche Wort für "Tag"), während Mittwoch als Ausnahme allein steht.
Nordische Götter und planetare Parallelen: Die Geschichte hinter jedem Tag
Die deutschen Wochentagsnamen folgen demselben römischen Planetenmodell wie im Englischen und in den romanischen Sprachen, aber mit einem wichtigen Unterschied: Wo die lateinischen Sprachen die römischen Götter behielten, ersetzten germanische Sprachen sie durch eigene nordische und germanische Gottheiten. Wenn du diese Ersetzungen verstehst, erkennst du die engen Verbindungen zwischen beiden Systemen.
Montag
Montag kommt vom althochdeutschen Mānetag (Tag des Mondes), eine direkte Übersetzung des lateinischen Lunae dies. Das moderne deutsche Wort für den Mond ist Mond, dadurch ist die Verbindung klar. Sowohl das englische "Monday" als auch Montag haben diesen Ursprung.
Der Mond war in beiden mythologischen Systemen derselbe Himmelskörper. Deshalb brauchte es hier keinen Austausch von Göttern zwischen römischer und germanischer Tradition.
Dienstag
Dienstag geht auf das althochdeutsche Ziostag zurück, den Tag des Ziu (der südgermanische Name für den nordischen Gott Tyr). Tyr war der Gott von Krieg, Recht und heroischem Ruhm, das germanische Gegenstück zu Mars. Das englische "Tuesday" stammt über die altenglische Form "Tiwesdæg" (Tiwes Tag) vom selben Gott.
Die moderne Schreibweise Dienstag wurde volksetymologisch so umgedeutet, dass sie wie Dienst aussieht. Die historische Wurzel ist aber der Gott Ziu/Tyr.
🌍 Regionale Variante: Ziischtig
Im Schweizerdeutschen (alemannische Dialekte) heißt der Dienstag oft Ziischtig oder Zischtig. Das bewahrt die ursprüngliche Verbindung zum Gott Ziu deutlicher als das Standarddeutsch Dienstag. Dialektwörter für Wochentage unterscheiden sich oft stark vom Standarddeutschen.
Mittwoch
Mittwoch ist der ungewöhnlichste Tagesname im Deutschen. Er bedeutet wörtlich "Wochenmitte" (Mitte = Mitte, Woche = Woche) und ist der einzige deutsche Wochentag, der keine Gottheit nennt. Der ursprüngliche germanische Name war Wotanstag (Tag des Wodan/Odin), parallel zum englischen "Wednesday" (Wodens Tag).
Die christliche Kirche ersetzte Wotanstag aktiv durch das neutrale Mittwoch, um den heidnischen Bezug zu entfernen. Das war Teil eines größeren Versuchs, den Kalender in germanischsprachigen Regionen zu entheidnisieren. Das Englische und die skandinavischen Sprachen widersetzten sich dieser Änderung und behielten ihre Odin-Namen.
Das zeigt auch, wie man die Woche gedacht hat: Mittwoch ist die Mitte einer Woche von Montag bis Sonntag. Das bestätigt, dass die Montag-als-erster-Tag-Konvention tiefe historische Wurzeln in der germanischen Kultur hat.
Donnerstag
Donnerstag bedeutet "Tag des Donners", von Donner (thunder), und bezieht sich auf den nordischen Gott Thor (in germanischer Mythologie als Donar bekannt). Thor/Donar war der Gott von Donner, Stärke und Stürmen, das germanische Gegenstück zu Jupiter. Das englische "Thursday" kommt vom selben Gott: "Thors Tag".
Das deutsche Wort für Donner, Donner, nutzt man auch im Alltag: Donnerwetter! (wörtlich "Donnerwetter!") ist ein milder Ausruf der Überraschung, ähnlich wie "Um Himmels willen!"
Freitag
Freitag kommt von der nordischen Göttin Freyja (oder Frigg), der Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Sie war das germanische Gegenstück zu Venus. Das englische "Friday" hat denselben Ursprung.
In der Forschung wird diskutiert, ob Freitag Freyja oder Frigg (Odins Frau) ehrt, weil beide Göttinnen ähnliche Eigenschaften haben. So oder so passt die Verbindung zu Liebe und Schönheit perfekt zu Venus.
🌍 Freitag der Dreizehnte
Wie im Englischen gilt auch im Deutschen Freitag der 13. als Unglückstag. Dieser Aberglaube ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Zahl kleiner Unfälle an diesem Tag tatsächlich steigt. Forschende erklären das aber eher mit erhöhter Anspannung als mit Pech.
Samstag
Samstag kommt vom althochdeutschen Sambaztag, abgeleitet vom hebräischen Shabbat über das griechische Sabbaton und das lateinische Sabbatum. Das ist dieselbe Wurzel wie spanisch sábado und französisch samedi.
Im Deutschen gibt es aber noch ein zweites Wort für Samstag: Sonnabend (wörtlich "Sonntagabend" oder "der Abend vor Sonntag"). Sonnabend nutzt man vor allem in Nord- und Ostdeutschland, während Samstag in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz dominiert. Beide sind Standarddeutsch, aber Samstag ist die Form in offiziellen und medialen Kontexten.
Sonntag
Sonntag bedeutet "Tag der Sonne", von Sonne (sun). Anders als die romanischen Sprachen, die das heidnische dies Solis durch das christliche dies Dominicus (Tag des Herrn) ersetzten, behielt das Deutsche (wie auch das Englische) den ursprünglichen Sonnenbezug.
Der Sonntag ist in Deutschland ein gesetzlich geschützter Ruhetag. Die Sonntagsruhe wird sogar im deutschen Grundgesetz erwähnt (Artikel 139). Die meisten Läden sind sonntags geschlossen, und Lärmvorschriften sind strenger. Rasenmähen oder Bohren am Sonntag kann eine Beschwerde von Nachbarn oder sogar ein Bußgeld nach sich ziehen.
Grammatik: So verwendest du Wochentage in Sätzen
Im Deutschen gibt es klare Regeln für Wochentage. Sie sind wichtig für die korrekte Verwendung.
Immer großgeschrieben
Weil im Deutschen alle Substantive großgeschrieben werden, schreibt man auch die Wochentage immer groß: Montag, Dienstag, Mittwoch usw. Das ist anders als im Spanischen, Französischen und Italienischen, aber wie im Englischen.
"On Monday" = Am Montag
Um "an" einem bestimmten Tag zu sagen, nutzt man im Deutschen die Präposition an mit dem Dativartikel dem, zusammengezogen zu am:
- Ich komme am Montag. (Ich komme am Montag.)
- Am Freitag habe ich frei. (Am Freitag habe ich frei.)
Für regelmäßige Handlungen hängt man -s an den Tagesnamen (klein geschrieben, wenn er als Adverb verwendet wird):
- Montags gehe ich schwimmen. (Montags gehe ich schwimmen.)
- Freitags bestellen wir Pizza. (Freitags bestellen wir Pizza.)
| Konstruktion | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| am Montag | am (diesen) Montag | Am Montag regnet es. (Am Montag regnet es.) |
| montags | montags (jede Woche) | Montags regnet es immer. (Montags regnet es immer.) |
Genus: Alle maskulin
Alle sieben Tage sind maskulin (der). Das ändert sich nicht:
- der Montag, der Dienstag, der Mittwoch, der Donnerstag, der Freitag, der Samstag, der Sonntag
Im Dativ (nach am): am Montag, am Dienstag usw.
Zeitangaben
| Deutsch | Deutsch |
|---|---|
| letzten Montag | letzten Montag |
| nächsten Dienstag | nächsten Dienstag |
| vorletzten Mittwoch | vorletzten Mittwoch |
| übernächsten Donnerstag | übernächsten Donnerstag |
| jeden Freitag | jeden Freitag |
💡 Der -s-Adverb-Trick
Wenn ein Tagesname ein kleingeschriebenes -s bekommt (montags, dienstags usw.), wird er zum Adverb und bedeutet "an [Tagen]" im Sinne von regelmäßig. Das ist etwas anderes als die Nomenform: der Montag (Montag, das Substantiv) vs. montags (montags, das Adverb). Diese Unterscheidung gibt es im Deutschen, im Englischen aber nicht.
Die Wochenstruktur: Montag zuerst
Deutschland, Österreich und die Schweiz beginnen die Woche am Montag. Das folgt dem ISO-8601-Standard. Das deutsche Wort für "Woche" ist Woche (feminin: die Woche), und typische Ausdrücke sind:
- Arbeitswoche: von Montag bis Freitag (von Montag bis Freitag)
- Werktage: Werktage (wörtlich "Arbeitstage", Montag bis Freitag, manchmal inklusive Samstagvormittag)
- Wochenende: das Wochenende (das Wochenende)
- Wochenmitte: Mittwoch kodiert dieses Konzept wörtlich
Die übliche Arbeitswoche in Deutschland liegt meist bei 38-40 Stunden, verteilt auf fünf Tage. Deutschland ist bekannt für eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit: Wenn der Arbeitstag endet, endet er.
Nützliche Sätze mit Wochentagen
Monate des Jahres: Eine kurze Ergänzungsreferenz
Wochentage und Monate stehen oft zusammen. Hier sind die 12 Monate auf Deutsch, immer großgeschrieben, alle maskulin.
Deutsche Datumsangaben nutzen das Format: Zahl + Punkt + Monat. Zum Beispiel: der 25. Dezember (25. Dezember). In Österreich sagt man statt Januar oft Jänner, und Feber ersetzt gelegentlich Februar.
Kulturelle Hinweise: Wie Wochentage das Leben in deutschsprachigen Ländern prägen
Sonntagsruhe: Der heilige Sonntag
Die Sonntagsruhe ist eines der auffälligsten Merkmale deutscher Kultur. Läden sind geschlossen. Man soll leise sein. Sogar Autowaschen oder Wäsche draußen aufhängen kann in manchen Gegenden Beschwerden auslösen. Diese Tradition ist verfassungsrechtlich geschützt und zeigt, wie wichtig Ruhe und Familienzeit kulturell sind.
Ausnahmen sind zum Beispiel Bäckereien (oft nur ein paar Stunden am Morgen), Tankstellen, Restaurants sowie Läden in großen Bahnhöfen und Flughäfen.
Samstag vs. Sonnabend: Das Nord-Süd-Gefälle
Dass es zwei Standardwörter für Samstag gibt, ist eine der bekanntesten regionalen Spaltungen im Deutschen. Wenn du Sonnabend hörst, bist du wahrscheinlich in Norddeutschland oder sprichst mit jemandem von dort (Hamburg, Berlin, Dresden). Wenn du Samstag hörst, kommt die Person eher aus Süddeutschland (München, Stuttgart), aus Österreich oder aus der Schweiz.
🌍 Die Feierabend-Tradition
Feierabend (wörtlich "Feier-Abend") ist der Moment, in dem der Arbeitstag endet. Es ist ein geschätztes Konzept in der deutschen Kultur ohne direkte Entsprechung im Englischen. Wenn eine deutsche Kollegin oder ein deutscher Kollege Schönen Feierabend! sagt, meint das die klare Grenze zwischen Arbeit und Privatzeit. Diese Grenze respektiert man, abends Arbeitsmails zu schicken gilt als schlechter Stil.
Österreichische und Schweizer Varianten
Die Wochentage selbst sind in deutschsprachigen Ländern identisch, aber der Alltagstakt ist unterschiedlich. In Österreich schließen Geschäfte samstags oft früher. Schweizerdeutschsprechende nutzen im Gespräch Dialektformen (Mäntig für Montag, Ziischtig für Dienstag), schreiben aber Standarddeutsch. In der Schweiz sind die Regeln zur Sonntagsruhe oft noch strenger als in Deutschland.
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Häufig gestellte Fragen
Wie heißen die 7 Wochentage auf Deutsch?
Beginnt die Woche in deutschsprachigen Ländern am Montag oder am Sonntag?
Wie sagt man 'am Montag' auf Deutsch?
Warum heißt Wednesday auf Deutsch 'Mittwoch' und folgt nicht dem Muster mit nordischen Göttern?
Was ist der Unterschied zwischen 'Samstag' und 'Sonnabend'?
Sind die Wochentage im Deutschen maskulin, feminin oder neutral?
Quellen und Referenzen
- Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 28. Auflage (2024)
- Goethe-Institut, Ressourcen zur deutschen Sprache und kulturelle Informationen
- Ethnologue: Languages of the World, Eintrag zur deutschen Sprache (2024)
- Kluge, F. (2011). Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. De Gruyter, 25. Auflage.
- ISO 8601, Internationaler Standard für Datums- und Zeitdarstellungen
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