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Kurze Antwort
Die häufigsten Tiere auf Französisch sind le chien (Hund), le chat (Katze), le cheval (Pferd), l'oiseau (Vogel) und le poisson (Fisch). Jedes Tiernomen im Französischen hat ein grammatisches Geschlecht, le oder la, das man einzeln auswendig lernen muss. Manche Tiere haben getrennte männliche und weibliche Formen (le chien / la chienne), andere haben ein festes Genus unabhängig vom tatsächlichen Geschlecht des Tieres (la girafe ist immer feminin, le serpent ist immer maskulin).
Tiernamen auf Französisch zu lernen ist eine der praktischsten Vokabelinvestitionen, die du machen kannst. Tiere tauchen überall in der französischen Sprache auf: in Alltagsgesprächen, in Dutzenden Redewendungen, die Muttersprachler täglich benutzen, in den Fabeln von La Fontaine, die jedes französische Kind auswendig kennt, und in der kulturellen Symbolik Frankreichs selbst, wo le coq gaulois (der gallische Hahn) als nationales Emblem steht. Les animaux zu kennen bedeutet mehr, als nur Lebewesen zu benennen, es erschließt dir eine ganze Ebene französischen Ausdrucks.
Mit ungefähr 321 Millionen Sprechern in 29 Ländern laut dem Bericht 2024 der Organisation internationale de la Francophonie umfasst das Französische Lebensräume vom Alpensteinbock in den französischen Alpen über die Gorillas des Kongobeckens bis zur Meeresfauna Französisch-Polynesiens. Der Wortschatz spiegelt diese geografische Spannweite wider: Das Standardfranzösisch hat Begriffe für europäische Nutztiere neben Wörtern, die aus frankofonem Afrika und der Karibik übernommen wurden.
"Animal vocabulary in every language reveals not just what creatures a culture encounters, but what it values. French animal idioms, from the loyal chien to the industrious fourmi, encode centuries of rural life, literary tradition, and folk wisdom into everyday speech."
(David Crystal, The Cambridge Encyclopedia of Language, Cambridge University Press)
Dieser Guide deckt über 50 französische Tiernamen ab, geordnet in sechs Kategorien, mit Aussprache, grammatischem Geschlecht, kulturellem Kontext und den Redewendungen, die diese Wörter lebendig machen. Für interaktives Üben mit echten französischen Inhalten besuche unsere Französisch-Lernseite.
Schnellreferenz: Wichtige französische Tiere
Das sind die Tierwörter, die dir im französischen Alltag am häufigsten begegnen. Die Notizspalte zeigt das grammatische Geschlecht und wichtige unregelmäßige Formen.
Haustiere: Les Animaux de Compagnie
Frankreich hat eine der höchsten Haustierquoten in Europa, mit über 80 Millionen Haustieren im ganzen Land. Haustierwortschatz kommt im Alltag ständig vor.
Le chien
Der Hund hat einen besonderen Platz in der französischen Kultur und Sprache. Le chien ist maskulin, mit la chienne als femininer Form. Im Französischen gibt es viele hundebezogene Ausdrücke: un temps de chien (Hundewetter, bedeutet schreckliches Wetter), avoir du chien (wörtlich "Hund haben", bedeutet Charme oder Ausstrahlung haben) und entre chien et loup (zwischen Hund und Wolf, bedeutet Dämmerung, der Moment, in dem man beides nicht unterscheiden kann).
Le chat
Le chat (maskulin) wird zu la chatte (feminin). Katzen spielen in französischen Redewendungen eine große Rolle. Donner sa langue au chat (seine Zunge der Katze geben) bedeutet, beim Raten aufzugeben. Avoir d'autres chats à fouetter (andere Katzen zu peitschen haben) ist das französische Äquivalent zu dem, was man auf Deutsch mit "Wichtigeres zu tun haben" ausdrückt. Das berühmte Kabarett Chat Noir in Montmartre, das von 1881 bis 1897 betrieben wurde, machte die schwarze Katze zu einem dauerhaften Symbol der Pariser Bohème-Kultur.
Le lapin
Le lapin (Kaninchen) ist die Quelle einer der am häufigsten verwendeten Tier-Redewendungen im Französischen. Poser un lapin à quelqu'un (jemandem ein Kaninchen hinsetzen) bedeutet, jemanden zu versetzen, also nicht zu einem Date oder Treffen zu erscheinen. Der Ursprung dieser Redewendung geht ins 19. Jahrhundert zurück und ist unter Linguisten bis heute umstritten. Das Wörterbuch der Académie française führt die Wendung als standardmäßiges umgangssprachliches Französisch.
Nutztiere: Les Animaux de la Ferme
Frankreichs landwirtschaftliche Identität ist tief in der Sprache verankert. Diese Wörter klingen durch Jahrhunderte von Landleben, Literatur und nationaler Symbolik.
La vache
La vache ist immer feminin. Das maskuline Gegenstück ist le taureau (Stier) oder le boeuf (Ochse, kastrierter Stier). Französische Muttersprachler benutzen oh la vache ! als häufigen Ausruf der Überraschung, ungefähr wie "Heilige Kuh!" auf Deutsch. Der Ausruf la vache ! gilt als mild und familientauglich und wird von Sprechern aller Altersgruppen verwendet.
Le cheval
Le cheval hat einen unregelmäßigen Plural: les chevaux (shuh-VOH). Die feminine Form la jument (Stute) ist ein völlig anderes Wort, keine abgeleitete Form. Das ist bei französischen Nutztieren häufig so: Männchen und Weibchen haben oft ganz eigene Wörter statt nur eine Endung zu wechseln. Monter à cheval bedeutet reiten, und à cheval (zu Pferd) bedeutet im übertragenen Sinn auch, zwischen zwei Dingen zu stehen.
Le coq
Le coq (Hahn) verdient besondere Aufmerksamkeit als französisches Nationalsymbol. Le coq gaulois (der gallische Hahn) wurde mit Frankreich durch ein lateinisches Wortspiel verbunden: gallus bedeutet sowohl "Hahn" als auch "Gallier" (die antike Bezeichnung für Frankreich). Der Hahn erscheint auf den Trikots der französischen Nationalteams im Fußball und Rugby, auf Wetterhähnen an Kirchen im ganzen Land und auf offiziellen Briefmarken. Französische Sportfans nennen ihre Teams les Bleus, aber das Hahnemblem macht die Uniform unverkennbar französisch.
Wildtiere: Les Animaux Sauvages
Von den Wäldern des französischen Mutterlands bis zu den Savannen des frankofonen Afrikas umfasst die französischsprachige Welt eine außergewöhnliche Bandbreite an Lebensräumen. Laut der IUCN Red List beherbergt Frankreich allein (einschließlich Überseegebieten) über 18,000 Tierarten.
Le loup
Le loup (Wolf) steckt in einer der nützlichsten französischen Redewendungen: avoir une faim de loup (einen Wolfshunger haben) bedeutet, total hungrig zu sein. Im Französischen sagt man auch quand on parle du loup, on en voit la queue (wenn man vom Wolf spricht, sieht man seinen Schwanz), das entspricht dem deutschen "Wenn man vom Teufel spricht". Der Wolf ist in der französischen Literatur sehr präsent, von Charles Perraults Le Petit Chaperon Rouge (Rotkäppchen) bis zu den Fabeln von Jean de La Fontaine, wo le loup als wiederkehrende Figur für List und Gefahr steht.
Le renard
Le renard (Fuchs) verdankt seinen Namen der Literatur. Das ursprüngliche französische Wort für Fuchs war goupil, aber das satirische Epos des 12. Jahrhunderts Le Roman de Renart mit einem Trickster-Fuchs namens Renart war so beliebt, dass der Name der Figur das normale Substantiv vollständig ersetzte. Das ist einer der seltenen Fälle in einer Sprache, in denen der Name einer fiktiven Figur das ursprüngliche Wort dauerhaft verdrängt hat. Laut der Académie française ersetzte renard goupil bis zum 15. Jahrhundert vollständig.
Le cerf
Le cerf (Hirsch) hat einen stummen Endkonsonanten: Man spricht es "sehr" aus, nicht "serf". Die feminine Form la biche (Hirschkuh) ist ein eigenes Wort. Ma biche (meine Hirschkuh) wird in manchen Regionen als Kosewort verwendet, ähnlich wie "mein Schatz". Das Französische unterscheidet genau: le cerf (Hirsch), la biche (Hirschkuh) und le faon (Kitz, ausgesprochen "fahn").
Meerestiere: Les Animaux Marins
Frankreich hat über 5,500 Kilometer Küste am Atlantik, am Mittelmeer, am Ärmelkanal und in seinen Überseegebieten im Pazifik und in der Karibik. Deshalb ist Meereswortschatz sehr praktisch.
Le dauphin
Le dauphin hat eine Doppelbedeutung, die in der französischen Geschichte einzigartig ist. Neben "Delfin" war le dauphin vom 14. bis zum 19. Jahrhundert der Titel des Thronfolgers in Frankreich. Der Titel stammt aus der Region Dauphiné (deren Wappen Delfine zeigte) und wurde dauerhaft mit der Thronfolge verbunden. Wenn französische Muttersprachler dauphin hören, entscheidet der Kontext, ob sie an ein Meeressäugetier oder an einen politischen Nachfolger denken.
La méduse
La méduse (Qualle) ist direkt nach der griechischen mythologischen Figur Medusa benannt, deren schlangenartiges Haar an die Tentakel des Tieres erinnert. Das Französische benennt Quallen konsequent mit diesem mythologischen Bezug, während man auf Deutsch meist das wörtlichere "Qualle" verwendet. Das Wort ist immer feminin, passend zum Geschlecht der mythologischen Figur.
Vögel: Les Oiseaux
Das Französische unterscheidet einen reichen Wortschatz an Vogelarten, von denen viele in La Fontaines berühmten Fables (1668-1694) vorkommen, einer Sammlung, die bis heute Pflichtlektüre in französischen Schulen ist.
Le corbeau
Auch wenn es nicht in der Tabelle steht, verdient le corbeau (Krähe, Rabe) wegen seiner literarischen Bedeutung eine Erwähnung. La Fontaines Fabel Le Corbeau et le Renard (Die Krähe und der Fuchs) ist wohl die bekannteste französische Fabel, in der der Fuchs die eitle Krähe so lange schmeichelt, bis sie ihren Käse fallen lässt. Jedes französische Schulkind kann den Anfang aufsagen: Maître Corbeau, sur un arbre perché... (Meister Krähe, auf einem Baum sitzend...). In modernem Slang bedeutet un corbeau auch ein anonymer Verfasser von Giftbriefen.
Le pigeon
Le pigeon hat im Französischen eine Doppelfunktion. Neben dem Vogel ist es gängiger Slang für eine leichtgläubige Person, die man leicht übers Ohr hauen kann. Se faire pigeonner (sich "tauben lassen") bedeutet, betrogen oder abgezockt zu werden. Paris hat eine besonders dichte Taubenpopulation, und les pigeons parisiens sind fast so ikonisch wie der Eiffelturm selbst.
Insekten: Les Insectes
Insektenwortschatz ist im Französischen besonders wichtig für Redewendungen, weil mehrere der häufigsten Ausdrücke mit Krabbeltieren zu tun haben.
La fourmi
La fourmi (Ameise) spielt die Hauptrolle in einer der bekanntesten Fabeln von La Fontaine: La Cigale et la Fourmi (Die Zikade und die Ameise), eine Geschichte über die fleißige Ameise, die für den Winter vorsorgt, während die sorglose Zikade den ganzen Sommer singt. Die Moral (dass harte Arbeit und Weitsicht belohnt werden) ist tief in französischen kulturellen Werten verankert. Der Ausdruck un travail de fourmi (Ameisenarbeit) beschreibt akribische, mühsame Arbeit.
Le cafard
Auch wenn es nicht in der Tabelle steht, liefert le cafard (Kakerlake) eine der ausdrucksstärksten französischen Redewendungen. Avoir le cafard (die Kakerlake haben) bedeutet, deprimiert oder niedergeschlagen zu sein. Der Ausdruck wurde durch den französischen Dichter Charles Baudelaire populär, der ihn in seinen Texten über Melancholie verwendete. Er ist im Alltag sehr verbreitet, und j'ai le cafard ist für viele französische Muttersprachler eine typische Art, zu sagen, dass sie einen Durchhänger haben.
🌍 Französische Tier-Redewendungen: Ein ganzer Zoo an Ausdrücken
Französische Muttersprachler benutzen Tier-Redewendungen ständig. Hier sind die wichtigsten, die du kennen solltest:
- Avoir une faim de loup (einen Wolfshunger haben): total hungrig sein
- Poser un lapin (ein Kaninchen hinsetzen): jemanden versetzen
- Avoir le cafard (die Kakerlake haben): deprimiert sein
- Quand les poules auront des dents (wenn Hühner Zähne haben): wenn Schweine fliegen, also nie
- Donner sa langue au chat (seine Zunge der Katze geben): beim Raten aufgeben
- Avoir d'autres chats à fouetter (andere Katzen zu peitschen haben): Wichtigeres zu tun haben
- Être une poule mouillée (eine nasse Henne sein): ein Feigling sein
- Avoir une mémoire d'éléphant (ein Elefantengedächtnis haben): nie etwas vergessen
Grammatik: Das Geschlecht von Tiernomen
Tiernomen im Französischen gehören zu den interessantesten Herausforderungen beim grammatischen Geschlecht. Anders als bei vielen Nomen, bei denen das Geschlecht willkürlich ist, haben Tiernomen manchmal getrennte maskuline und feminine Formen, manchmal aber auch nicht.
💡 Drei Muster für das Geschlecht von Tieren im Französischen
Muster 1, eigene Wörter: Männchen und Weibchen haben völlig unterschiedliche Wörter. Le cheval (Pferd) / la jument (Stute). Le coq (Hahn) / la poule (Henne). Le taureau (Stier) / la vache (Kuh). Diese musst du als getrennte Vokabeln lernen.
Muster 2, Endung ändern: Die feminine Form fügt eine Endung hinzu oder verändert sie. Le chien / la chienne. Le lion / la lionne. Le chat / la chatte. L'ours / l'ourse. Die maskuline Form ist die Basis, und die feminine folgt einem erkennbaren Muster.
Muster 3, festes Geschlecht (Epikoinon): Das Nomen hat ein grammatisches Geschlecht, unabhängig vom biologischen Geschlecht des Tieres. La girafe ist immer feminin. Le serpent ist immer maskulin. La souris (Maus) ist immer feminin. Um das Geschlecht zu präzisieren, ergänzt man mâle oder femelle: une girafe mâle (eine männliche Giraffe), un serpent femelle (eine weibliche Schlange).
Dieses System mit drei Mustern bestätigt das Wörterbuch der Académie française in seiner 9. Ausgabe. Es merkt an, dass epikoine Tiernomen (Muster 3) im modernen Französisch immer häufiger werden, besonders bei exotischen Tieren, die erst benannt wurden, nachdem die klassischen Paare schon etabliert waren. Die meisten Tiere, die aus afrikanischen oder asiatischen Kontexten in den französischen Wortschatz kamen (la girafe, le gorille, l'hippopotame), folgen Muster 3.
Frankofones Afrika: Ein eigener Fauna-Wortschatz
Die französischsprachige Welt reicht weit über Frankreich hinaus. Das frankofone Afrika, mit über 20 Ländern von Senegal bis zur Demokratischen Republik Kongo, bringt Tierwortschatz mit, der ganz andere Ökosysteme widerspiegelt. Laut OIF leben über 140 Millionen französische Sprecher in Subsahara-Afrika, und diese Zahl soll bis 2050 auf 700 Millionen steigen.
Viele dieser Wörter kamen durch Begegnungen in der Kolonialzeit ins Französische, und einige tragen Spuren ihrer Herkunft. Gorille stammt vom griechischen Gorillai, einem Begriff, den der karthagische Entdecker Hanno um 500 v. Chr. verwendete, um behaarte wilde Menschen zu beschreiben, denen er an der afrikanischen Küste begegnete. Girafe kommt aus dem Arabischen zarāfa. Diese Etymologien zeigen die lange Geschichte interkultureller Kontakte, die den französischen Wortschatz geprägt hat.
La Fontaines Fabeln: Tiere in der französischen Literatur
Keine Diskussion über französischen Tierwortschatz ist vollständig ohne Jean de La Fontaine (1621-1695), dessen Fables die beliebtesten Tiergeschichten der französischen Literatur sind. La Fontaine griff Äsop auf und schuf eine Welt, in der Tiere menschliche Tugenden und Laster verkörpern. Die wichtigsten Figuren, die jeder französische Muttersprachler kennt:
- Le corbeau (die Krähe, der Rabe): eitel und leicht zu schmeicheln (Le Corbeau et le Renard)
- Le renard (der Fuchs): listig und überzeugend
- La cigale (die Zikade): sorglos und unvorsorglich (La Cigale et la Fourmi)
- La fourmi (die Ameise): fleißig und umsichtig
- Le loup (der Wolf): mächtig, aber nicht immer klug (Le Loup et l'Agneau)
- L'agneau (das Lamm): unschuldig und wehrlos
Diese Fabeln sind so tief in der französischen Kultur verankert, dass man im Gespräch ganz selbstverständlich darauf anspielt. Jemanden une cigale zu nennen, bedeutet, dass die Person unverantwortlich mit Geld umgeht. c'est la fable du loup et de l'agneau zu sagen bedeutet, dass eine mächtige Person eine schwächere ohne Rechtfertigung schikaniert.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Tiere sind auf Französisch am häufigsten?
Haben Tiernamen im Französischen ein Geschlecht?
Was bedeutet 'poser un lapin' auf Französisch?
Warum ist der Hahn ein Symbol Frankreichs?
Wie sagt man 'Wal' und 'Hai' auf Französisch?
Welche französischen Redewendungen mit Tieren gibt es?
Quellen und Referenzen
- Académie française, Dictionnaire de l'Académie française, 9. Ausgabe
- Organisation internationale de la Francophonie (OIF), La langue française dans le monde, 2024
- Crystal, D., The Cambridge Encyclopedia of Language (Cambridge University Press)
- IUCN Red List of Threatened Species, Regionale Fauna-Daten, 2024
- Le Petit Robert, Dictionnaire alphabétique et analogique de la langue française
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